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Tödlicher Angriff auf Journalisten: Eskalation im Libanon-Konflikt verschärft Kritik an Israel

jorono (CC0), Pixabay
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Ein gezielter Luftangriff im Süden des Libanon hat erneut die Frage aufgeworfen, wie sicher Journalisten in aktuellen Konfliktzonen noch sind. Drei Medienschaffende kamen dabei ums Leben – und die Reaktionen fallen entsprechend scharf aus.

Nach Angaben ihrer Arbeitgeber wurden der Reporter Ali Shoeib (Al Manar TV) sowie die Journalistin Fatima Ftouni und ihr Bruder, Kameramann Mohamed Ftouni (beide Al Mayadeen), am Samstag bei einem israelischen Angriff nahe Jezzine getötet. Ihr Fahrzeug sei kurz vor Mittag getroffen worden.

Israel spricht von „getarntem Kämpfer“

Die israelischen Streitkräfte bestätigten den Angriff – zumindest teilweise. Demnach sei Shoeib ein Mitglied der Hisbollah-Eliteeinheit Radwan gewesen, der „unter dem Deckmantel journalistischer Arbeit“ operiert habe. Belege für diese Darstellung legte das Militär bislang nicht vor. Zu den beiden weiteren Todesopfern äußerte sich Israel nicht.

Diese Version stößt international auf Skepsis. Beobachter verweisen darauf, dass ähnliche Vorwürfe in der Vergangenheit wiederholt erhoben wurden, ohne dass nachvollziehbare Beweise öffentlich gemacht wurden.

Scharfe Reaktionen aus Libanon

Die libanesische Regierung verurteilte den Angriff deutlich. Präsident Joseph Aoun sprach von einem „dreisten Verbrechen“ und einem klaren Bruch des Völkerrechts. Auch Ministerpräsident Nawaf Salam bezeichnete den Vorfall als „eklatanten Verstoß gegen den Schutz von Journalisten in Kriegszeiten“.

Die Hisbollah selbst wertete den Angriff als gezielte Tötung von Medienschaffenden und wies die israelischen Vorwürfe als „Propaganda“ zurück.

Gefährlicher Trend

Internationale Organisationen zeigen sich alarmiert. Das Committee to Protect Journalists warnt vor einem „beunruhigenden Muster“: Immer wieder würden Journalisten in Konflikten als Kombattanten dargestellt – mit potenziell tödlichen Folgen.

Tatsächlich ist es nicht der erste Vorfall dieser Art. Bereits im März waren ein weiterer Journalist und seine Ehefrau bei einem Angriff in Beirut ums Leben gekommen.

Humanitäre Lage verschärft sich

Der Angriff fügt sich in eine ohnehin dramatische Entwicklung ein. Seit Beginn der jüngsten Eskalation wurden im Libanon laut Gesundheitsministerium über 1.100 Zivilisten getötet, darunter auch Kinder und Rettungskräfte. Mehr als eine Million Menschen sind auf der Flucht.

Mit jedem weiteren Vorfall wächst die Sorge, dass sich der Konflikt nach dem Muster früherer Kriege in der Region ausweitet – und dass dabei zunehmend auch jene ins Visier geraten, die eigentlich berichten sollen, was geschieht.

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