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Tödliche Unwetter in Texas rücken Trumps Kürzungen bei Wetterbehörden in den Fokus

GabrielDouglas (CC0), Pixabay
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Nach den verheerenden Überschwemmungen über das US-amerikanische Unabhängigkeitswochenende in Texas, bei denen über 100 Menschen ums Leben kamen und mehr als 170 vermisst werden, wächst die Kritik an den Personal- und Budgetkürzungen unter Präsident Donald Trump bei den nationalen Wetter- und Klimabehörden.

Zwar lobten Experten die Warnleistungen des National Weather Service (NWS) während der Katastrophe, doch die Ereignisse machen deutlich, wie kritisch eine gut ausgestattete Wetterinfrastruktur für den Katastrophenschutz ist – besonders in Zeiten zunehmend extremer Wetterereignisse.

„Die Wetterdienste haben mit den vorhandenen Mitteln gute Arbeit geleistet“, sagte der Klimaforscher Andy Hazelton, der zuvor bei der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) arbeitete. „Aber wenn die Kürzungen weitergehen, wird es künftig schwieriger, Extremereignisse rechtzeitig und präzise vorherzusagen.“

Massive Personalkürzungen – Meteorologen fehlen

Laut Angaben der Gewerkschaft der NWS-Mitarbeiter (NWSEO) haben allein seit Februar über 600 Beschäftigte den Wetterdienst verlassen – durch Entlassungen, Frühverrentungen oder freiwillige Kündigungen. Betroffen seien Meteorologen, Hydrologen und Techniker.

Einige Wetterbüros verzeichnen dramatische Personalengpässe:

  • Goodland (Kansas) und Hanford (Kalifornien): rund 62 % der Meteorologenstellen unbesetzt

  • Amarillo (Texas): 31 %

  • Rapid City (South Dakota): 46 %

Selbst das Büro in San Antonio, das bei der Flutkatastrophe eine zentrale Rolle spielte, hat laut eigenen Angaben eine Vakanzquote von 18 % – obwohl es während der Flut zusätzliche Kräfte im Dienst hatte.

„Man kann keine Wetterwarnzentrale mit Minimalbesetzung betreiben – dafür stehen zu viele Menschenleben auf dem Spiel“, sagte Tom Fahy, der gewerkschaftliche Leiter für Gesetzgebungsverfahren.

Ein ehrenamtlicher Helfer in Texas, der anonym bleiben möchte, bestätigte, dass die Meteorologen bereits seit Jahren „mit wenig viel leisten“. Dennoch sei der Verlust von Schlüsselpersonen wie dem langjährigen Koordinator Paul Yura, der im April in Frühpension ging, schmerzhaft: „Ohne ihn hatten wir während der Flut keinen Ansprechpartner mehr.“

Weitere Kürzungen geplant – trotz wachsender Extremwetter

Trotz Kritik plant die Trump-Regierung laut Haushaltsentwurf für das Fiskaljahr 2026 eine Kürzung des NOAA-Budgets um 1,8 Milliarden US-Dollar – das entspricht rund 17 % Personalabbau. Zugleich sollen alle Mittel für klimatologische und ozeanografische Forschungslabore gestrichen werden.

In einem Bericht an den US-Kongress betont NOAA zwar, dass der NWS weiterhin „lebensrettende Prognosen und Dienste“ für Bevölkerung und Katastrophenschutz erbringe – gleichzeitig würde jedoch die Forschungsbasis massiv geschwächt.

Hazelton, heute am University of Miami Hurricane Center tätig, warnt: „Nur mit moderner Forschung und ausreichend Personal können wir Wetterextreme besser vorhersagen und Leben retten.“

Auch der ehrenamtliche Helfer äußerte Sorge: „Die Natur macht, was sie will – wir brauchen jede Hilfe, die wir kriegen können. Aber wenn wir die Leute, die uns warnen könnten, verlieren, dann stehen wir nackt da.“

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