Startseite Allgemeines Todesstrafe in Tennessee: Verurteilte kämpft gegen geplante Hinrichtung
Allgemeines

Todesstrafe in Tennessee: Verurteilte kämpft gegen geplante Hinrichtung

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
Teilen

Drei Jahrzehnte nach einem besonders brutalen Mordfall steht im US-Bundesstaat Tennessee die Hinrichtung einer Frau bevor – ein äußerst seltener Vorgang. Die heute 50-jährige Christa Gail Pike soll Ende September durch eine Giftspritze hingerichtet werden. Dagegen wehrt sie sich nun juristisch.

Pike war 1996 wegen Mordes ersten Grades zum Tode verurteilt worden. Damals war sie 18 Jahre alt. Gemeinsam mit zwei Komplizen hatte sie 1995 eine 19-jährige Frau in ein Waldgebiet gelockt und dort über einen längeren Zeitraum schwer misshandelt und getötet. Die Tat sorgte wegen ihrer Brutalität landesweit für Aufsehen.

Bis heute ist Pike die einzige Frau im Todestrakt von Tennessee. Sollte die Hinrichtung vollstreckt werden, wäre sie die erste Frau seit über 200 Jahren, die in dem Bundesstaat hingerichtet wird – und erst die 19. in den USA seit Wiedereinführung der Todesstrafe 1976.

Die Verurteilte hat inzwischen Klage gegen den Staat eingereicht. Ihre Anwälte argumentieren, die vorgesehene Hinrichtung durch eine Giftspritze verstoße gegen die Verfassung, da sie unnötige Schmerzen verursachen könne. Zudem berufen sie sich auf religiöse Gründe: Als Buddhistin lehne Pike jede aktive Mitwirkung an ihrem eigenen Tod ab – auch die Wahl alternativer Hinrichtungsmethoden wie des elektrischen Stuhls.

Darüber hinaus verweisen die Verteidiger auf gesundheitliche Probleme der Verurteilten sowie auf mögliche Risiken durch das in Tennessee verwendete Medikament Pentobarbital. In der Vergangenheit habe es bereits problematische Hinrichtungen mit diesem Wirkstoff gegeben.

Die Behörden widersprechen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Methode verfassungswidrig sei. Zudem sei nach geltender Rechtsprechung kein Anspruch auf eine schmerzfreie Hinrichtung garantiert. Der Bundesstaat verweist auf etablierte Verfahren und betont die Schwere der Tat.

Auch das Umfeld des Opfers fordert seit Jahren die Vollstreckung des Urteils. Die Mutter der Getöteten erklärte mehrfach öffentlich, sie wünsche sich einen Abschluss nach Jahrzehnten der Belastung.

Pike selbst hat sich in den vergangenen Jahren mehrfach zu ihrer Tat bekannt und Reue geäußert. Sie habe sich grundlegend verändert, schrieb sie in einem Brief. Gleichzeitig argumentieren ihre Anwälte, dass ihr junges Alter, psychische Probleme und eine belastete Kindheit bei einer heutigen Verurteilung stärker berücksichtigt würden.

Ob die Hinrichtung tatsächlich wie geplant stattfinden wird, ist derzeit offen. Der Fall wirft erneut grundlegende Fragen zur Todesstrafe in den USA auf – insbesondere bei seltenen Fällen, in denen Frauen betroffen sind.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Venezuela

Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hat die Führung des Militärs umfassend neu aufgestellt....

Allgemeines

BTS-COMEBACK: SEOUL IM AUSNAHMEZUSTAND – 260.000 FANS ERWARTET!

Was für ein Mega-Event! Die größte Boyband der Welt ist zurück –...

Allgemeines

TRUMP WILL KRIEG „RUNTERFAHREN“ – ABER HORMUS SOLL DIE WELT RETTEN!

Was für ein Widerspruch aus dem Weißen Haus! US-Präsident Donald Trump kündigt...

Allgemeines

Jury verurteilt Musk: Irreführende Tweets kosteten Anleger Millionen-schließen sie sich einer möglcihen Sammelklage jetzt an

Elon Musk ist für seine Wortmeldungen auf der Plattform, die einst Twitter...