Startseite Allgemeines Timo Werner ist zurück – zumindest theoretisch
Allgemeines

Timo Werner ist zurück – zumindest theoretisch

jorono (CC0), Pixabay
Teilen

Von einem, der auszog, um Tore zu schießen, und auf der Bank landete.

RB Leipzig gewinnt mit 3:1 gegen den 1. FC Köln, und wer war der heimliche Held des Abends? Ganz klar: Timo Werner, der spektakulär auf der Ersatzbank saß. Nicht eingewechselt, keinen Ballkontakt, keine Schweißperle – aber dafür Sprechchöre, Applaus, Standing Ovations beim Warmlaufen und eine Fanliebe, die irgendwo zwischen Nostalgie und Hoffnungsmanagement schwankt.

Ein Spieler, der nicht spielt – aber gefeiert wird wie ein Matchwinner. Fußball-Deutschland, wo Märchen noch wahr werden.

Ein Vertrag wie ein Denkmal – aber das Fundament wackelt

Werners Millionenvertrag bei RB läuft am Saisonende aus – jener Vertrag, den er in der letzten Spielzeit eher meditativ ausgesessen hat. Man könnte sagen: Die Bank hatte einen neuen Lieblingskunden. Und ja, so ein Anschlussvertrag in ähnlicher Höhe fällt nicht einfach vom Himmel – dafür müsste Timo jetzt liefern. Also wirklich liefern. Also… spielen.

Aber wie soll man liefern, wenn man im Kühlregal sitzt?

Trainer Ole Werner, namentlich leider kein Verwandter, zeigte sich nach dem Köln-Spiel verständnisvoll-entschieden:
„Einige Jungs sind in unserer Bewertung noch vor ihm.“
Übersetzt: Timo ist wieder da – aber nur, wenn man wirklich ganz hinten auf der Bank nachschaut.

Timo als Stimmungskanone im Training

Und doch: Die Liebe ist da. Der Applaus rollt. David Raum adelt ihn als „Gesicht des Vereins“. (Was bei RB Leipzig mit seinen fünf Gesichtern seit 2009 immerhin was heißen will.)

„Er gibt jedem ein gutes Gefühl“, sagt der Kapitän. Und das ist wichtig. Nicht jeder kann Tore schießen – manche müssen eben auch die gute Laune hochhalten, die Wasserflaschen schön aufreihen und im Trainingsspiel die Leibchen verteilen.

Werner sei in der Kabine sehr beliebt, hört man. Man möchte fast sagen: Er ist der Thomas Müller der Trainingsgruppe B.

Vom Chancentod zum Hoffnungsträger

Seine Fans glauben weiter an ihn. Sprechchöre in der 75. Minute, während Timo an der Seitenlinie dehnt, als ginge es gleich los – dabei wusste wahrscheinlich selbst der Zeugwart: „Heute wird das nix.“

Und trotzdem: Hoffnung lebt. Vielleicht platzt der Knoten. Vielleicht fällt plötzlich einer um, und Timo wird reingeworfen. Vielleicht trifft er dann sogar. Vielleicht sagen wir dann: „Er hat nie aufgegeben.“

Oder, realistischer: Vielleicht wird er im Januar an irgendeinen Premier-League-Klub verliehen, bei dem er wieder auf der linken Außenbahn über Rasen und Selbstzweifel stolpert.

Fazit: Die Rückkehr des verlorenen Stürmers

Timo Werner ist zurück – in den Herzen, auf der Bank und, wer weiß, bald wieder auf dem Platz. Bis dahin bleibt er die menschgewordene Fan-Hoffnung, das Maskottchen mit Tempo, das Gesicht ohne Spielzeit. Einer, der immer alles gibt – nur gerade eben keinen Torschuss.

Aber hey: Im Fußball kann alles passieren. Und wenn nicht, dann bleibt ihm ja immer noch eine Karriere als Motivationscoach. Oder Pressesprecher von Pam Bondi. Die könnte auch mal jemanden brauchen, der trotz fehlender Leistung gute Stimmung verbreitet.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

USA planen internationale Handelsallianz für strategische Mineralien

Die Vereinigten Staaten wollen gemeinsam mit über 50 Partnerländern eine Handelsallianz für...

Allgemeines

Starmer, Mandelson und die hohe Kunst des „Das konnte ja keiner wissen“

Man fragt sich ja manchmal, ob politische Krisen heutzutage geplant werden oder...

Allgemeines

USA: Supreme Court erlaubt neue Wahlkreise in Kalifornien – Iran-Gespräche weiter unklar – Trump zeigt Kurskorrektur

Das Oberste US-Gericht hat den Weg für eine Wahlkreisreform in Kalifornien freigemacht....

Allgemeines

Jeff Bezos und die „Washington Post“: Wie man eine Zeitung in Echtzeit zerschreddert

Washington, D.C. – Wenn Milliardäre Medien retten … oder sie einfach langsam...