Die Welt kann aufatmen – zumindest der Teil, der regelmäßig TikTok-Videos von tanzenden Hunden, Lippen-Synchronisationen und Kochrezepten in 30 Sekunden konsumiert. US-Präsident Donald Trump hat höchstpersönlich verkündet: TikTok bleibt in den USA. Die Teenies jubeln, die Chinesen nicken höflich, und irgendwo in Washington klatscht ein PR-Berater langsam Beifall.
Monatelang hatte Trump damit gedroht, TikTok aus den USA zu verbannen – wegen „nationaler Sicherheit“, versteht sich. Immerhin könnte ByteDance über süße Katzenvideos Zugriff auf Pentagon-Geheimnisse bekommen. Oder noch schlimmer: auf Amerikas Tanzkultur.
Jetzt also die Rettung:
TikTok soll an eine Gruppe „sehr großer Unternehmen“ verkauft werden. Welche? Weiß keiner. Ist auch egal. Hauptsache, es klingt nach Kapitalismus mit Sternchen. Trump sagte dazu nur: „Wir haben eine Einigung.“ – was im Trump-Vokabular ungefähr bedeutet: „Ich hatte gerade ein Bauchgefühl.“
ByteDance darf immerhin noch 19,9 Prozent behalten.
Fast ein Fünftel! Genug, um mitzureden, aber nicht genug, um in den USA ernst genommen zu werden. Und damit sich Washington auch sicher fühlt, bekommt die US-Regierung sogar ein eigenes Vorstandsmitglied bei TikTok. Wahrscheinlich jemand mit WhatsApp-Erfahrung und Facebook-Gesicht.
Das Weiße Haus hat die Entscheidung übrigens zum vierten Mal verschoben.
Was klingt wie schlechte Organisation, ist in Wahrheit: hochstrategisches Taktieren. Oder eine Mischung aus „Wir haben’s vergessen“ und „Mal schauen, ob China diesmal mitspielt“.
Fazit:
Die große China-App bleibt also, aber mit Sternchen, Aufsicht, US-Beteiligung und vermutlich einem Warnhinweis: „Kann geopolitische Nebenwirkungen verursachen.“ Trump verkauft’s als Deal des Jahrzehnts, ByteDance tut so, als hätte man freiwillig mitgespielt – und TikTok? Das macht einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Nur jetzt vielleicht mit etwas mehr Stars and Stripes im Algorithmus.
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