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Tierwohl trifft Kreislaufwirtschaft – lohnendes Impact-Investment oder riskantes Start-up-Darlehen?

stevepb (CC0), Pixabay
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HEROSAN und REPLOID werben um privates Kapital für nachhaltige Tiernahrung – Anleger tragen unternehmerisches Risiko

Die Vision ist ambitioniert: Aus regionalen Reststoffen der Lebensmittelindustrie entsteht durch Insektenzucht und Pilzbiotechnologie nachhaltige, hypoallergene Tiernahrung. Die Unternehmen HEROSAN Healthcare GmbH und REPLOID Group AG haben sich zusammengeschlossen, um ein vollständig zirkuläres Wertschöpfungsmodell für die Tiergesundheit zu etablieren – regional, CO₂-arm, rückverfolgbar.

Was nach ökologischer Zukunftsmusik klingt, ist längst Realität. HEROSAN bietet unter den Marken entoVITAL, fungoVITAL und TAMACAN ein wachsendes Sortiment für Hunde und Katzen an – vom Futter über Gesundheitspräparate bis zur Pflege. Vertrieben wird u.a. über „Das Futterhaus“ und Fressnapf, kooperiert wird mit Tierärzt:innen und Forschungseinrichtungen.

Zur Finanzierung der nächsten Wachstumsschritte sucht HEROSAN nun private Anleger – mit einem 8 % p.a. verzinsten Nachrangdarlehen, Laufzeit bis Ende 2029. Doch trotz des ökologischen Mehrwerts sollten Interessierte genau hinsehen: Die Anlage birgt signifikante Risiken – bis hin zum Totalverlust.


Was wird investiert?

Die Mittel fließen in Produktentwicklung, Internationalisierung und Produktionsausbau. HEROSAN will mit REPLOID als strategischem Gesellschafter das Geschäftsmodell europaweit skalieren. Ziel: 80 Mio. € Jahresumsatz bis 2030 (aktuell: rund 3 Mio. €). Der Break-even ist für 2027 prognostiziert.

Die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals erfolgt zum Ende der Laufzeit – eine Zinszahlung erfolgt jährlich, entweder monetär oder in Form von Sachleistungen (z. B. Futtermittelgutscheine).

Risiko: Nachrangigkeit, lange Laufzeit, unsichere Marktentwicklung

Das Investment erfolgt als qualifiziertes partiarisches Nachrangdarlehen – eine Finanzierungsform, bei der Anleger im Insolvenzfall nach allen anderen Gläubigern bedient werden, also kaum eine Rückzahlung zu erwarten haben.

Zudem gibt es:

  • Keine dinglichen Sicherheiten, wie z. B. eine Grundschuld.
  • Keine Garantie auf Rückzahlung – auch nicht durch Gesellschafter.
  • Keine Kontrolle durch Anleger über die Mittelverwendung.

Die Wachstumszahlen im Businessplan sind ambitioniert, jedoch auch spekulativ. Ob das geplante Umsatzwachstum von über 90 % jährlich (CAGR) erreichbar ist, bleibt abzuwarten. Auch regulatorische Entwicklungen (z. B. rund um CBD-Produkte oder Insektenprotein) könnten die Geschäftsentwicklung beeinflussen.

Totalverlustrisiko ausdrücklich benannt

HEROSAN weist in den Unterlagen zu Recht darauf hin:

„Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.“

Damit ist klar: Die ökologischen Ziele und Produktideen mögen sinnvoll sein – aber wirtschaftlich handelt es sich um ein unternehmerisches Risiko-Investment, das nicht mit klassischen Sparprodukten vergleichbar ist.

Fazit: Starke Vision, hohes Risiko

HEROSAN steht für eine sinnstiftende, zukunftsorientierte Idee: regionale Kreislaufwirtschaft, Tierwohl und Nachhaltigkeit. Der unternehmerische Ansatz ist durchdacht und wissenschaftlich begleitet, die Partnerstruktur mit REPLOID gibt Rückhalt.

Doch auch grüne Projekte können scheitern. Wer investiert, sollte nicht nur vom Produkt überzeugt sein, sondern auch das Risiko tragen können, dass die Anlage nicht zurückgezahlt wird.

Für erfahrene Impact-Investoren mit Risikobewusstsein kann das Projekt interessant sein – zur Altersvorsorge oder für sicherheitsorientierte Anleger ist es jedoch ungeeignet.


Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Anlageberatung. Bitte prüfen Sie alle Vertragsunterlagen und Risikohinweise gründlich oder lassen Sie sich unabhängig beraten, bevor Sie investieren.

 

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