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Thyssenkrupp spart sich menschlich: 11.000 Jobs auf dem Weg ins Nichts – aber sozialverträglich, versteht sich

Anemone123 (CC0), Pixabay
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Deutschlands größter Stahlkonzern Thyssenkrupp Steel Europe hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Er will 11.000 Mitarbeitende zu Pionieren des Strukturwandels machen – unfreiwillig, aber mit Stil. Denn laut einem aktuellen Medienbericht bleibt das Unternehmen bei seiner bereits im November verkündeten Job-Diät und verspricht: Es wird ein richtig netter Abschied!

Dirk Schulte, neuer Personalchef und diplomierter Euphemismus-Beauftragter, erklärte der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“, dass man „in Kürze“ mit der IG Metall über einen Sozialplan verhandeln wolle. Das klingt zunächst gut, denn „Sozialplan“ bedeutet immerhin, dass das Unternehmen seine Leute nicht einfach nackt im Regen stehen lassen will – sondern in wetterfester Transfergesellschaft.

Ob Altersteilzeit, goldene Abfindung oder sanftes Outsourcing in Richtung „externer Dienstleister“ – für jeden ist was dabei. „Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, die Menschen in einen neuen Job zu bringen“, sagte Schulte. Details wie Branche, Bezahlung oder Existenzgrundlage ließ er dabei aus Höflichkeit unerwähnt.

IG Metall: Jetzt wird es ungemütlich

Die Gewerkschaft IG Metall, traditionell allergisch auf massenhaften Arbeitsplatzverlust, kündigte „erbitterten Widerstand“ an – was vermutlich bedeutet, dass die Betriebsratskantine bald wieder Rote Karte serviert. Die Forderung: keine betriebsbedingten Kündigungen, keine Standortschließungen und eine Finanzierung, die diesen Namen verdient. Also eigentlich alles, was dem Plan von Thyssenkrupp im Weg steht.

Doch der Konzern bleibt standhaft. 5.000 Stellen sollen bis 2030 „angepasst“ werden – was klingt wie eine harmlose Maßnahme in der IT, aber tatsächlich Menschen betrifft. Weitere 6.000 Stellen werden durch das altbewährte Prinzip des „Wir lagern Sie einfach aus“ ersetzt – ein Klassiker der modernen Konzernpoesie.

Fazit: Thyssenkrupp nimmt Personalabbau ernst – aber immerhin nicht persönlich. Bleibt nur zu hoffen, dass beim finalen Hammerschlag auf den Arbeitsplatz wenigstens die Sozialverträglichkeit weich gepolstert ist.

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