Startseite Allgemeines „Throning“ – das bittere neue Dating-Phänomen: Wie Social Media die Liebe der Gen Z vergiftet
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„Throning“ – das bittere neue Dating-Phänomen: Wie Social Media die Liebe der Gen Z vergiftet

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Vorsicht beim Online-Dating: Nicht jeder, der nach seinem „König“ oder seiner „Königin“ sucht, meint es ehrlich.
Ein neuer Trend namens „Throning“ beschreibt das Phänomen, eine Beziehung einzugehen, um das eigene gesellschaftliche Ansehen zu steigern. Wer „thront“, sucht gezielt einen Partner mit Einfluss, Reichweite oder Prominenz – um selbst davon zu profitieren.

Im Gegensatz zum sogenannten „Shrekking“ – bei dem man bewusst jemanden „unter seinem Niveau“ datet, in der Hoffnung auf mehr Wertschätzung – bedeutet „Throning“ das Gegenteil: Man datet nach oben – aus den falschen Gründen.

Ein TikTok-Video bringt es auf den Punkt:

„Das Date ist der Thron, auf dem man sich selbst erhöht. Es geht nicht um Gefühle, sondern um Status.“

Auffällig sei, dass Throner sich unterschiedlich verhalten, je nachdem, ob sie in der Öffentlichkeit oder im Privaten sind. Übermäßiges Interesse an Status, Followerzahlen oder dem Freundeskreis könne ein Warnsignal sein.

Vom „Gold Digger“ zum „Follower Hunter“

Zwar gab es ähnliche Muster schon immer – etwa unter Begriffen wie „Gold Digger“ oder „Clout Chaser“. Doch Social Media hat das Spiel verändert. Heute geht es nicht mehr nur um Geld oder Macht, sondern auch um digitale Reichweite.

Amy Chan, Dating-Coach und Autorin von „Unsingle: How to Date Smarter and Create Love That Lasts“, erklärt:

„Menschen kuratieren ihre Beziehungen mittlerweile so, wie sie ihren Content kuratieren. Das ist Teil einer Kultur der Selbstinszenierung und des ständigen Vergleichs.“

Wenn Liebe zur Performance wird

„Throning“ ist eine moderne Form des uralten Prinzips der Hypergamie – des Strebens, „nach oben“ zu heiraten. Doch in Zeiten von Instagram, TikTok und Influencer-Kultur hat das Konzept eine neue Dimension erreicht:

„Menschen haben schon immer Partner gesucht, die ihren Lebensstil verbessern“, so Chan. „Neu ist, wie sehr es heute darum geht, wie Beziehungen online aussehen. Liebe wird zum öffentlichen Auftritt – dein Partner ist Teil deiner persönlichen Marke.“

Laut einer Pew-Studie von 2023 steigen zwar gleichberechtigte Partnerschaften, in denen beide etwa gleich viel verdienen. Doch in den sozialen Medien scheinen Statussymbole und Followerzahlen oft mehr zu zählen als emotionale Nähe.

Was tun gegen „Throning“?

Chan rät, offen mit dem Partner über Absichten und Erwartungen zu sprechen:

„Unsicherheit über die Motive des anderen löst sich nicht durch Grübeln oder Spielchen. Ehrliche Kommunikation ist der einzige Weg zu emotionaler Sicherheit.“

Wer sich selbst beim „Thronen“ ertappt, sollte innehalten und sich fragen:

„Was ist mir in einer Beziehung wirklich wichtig? Suche ich Liebe – oder nur Bestätigung?“

Denn am Ende gilt: Likes und Follower verblassen – echte Zuneigung nicht.

 

 

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