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The Natural GEM-Schuldenfrei, glitzernd, geschniegelt – nur eine kleine Frage bleibt offen

qimono (CC0), Pixabay
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Pünktlich zur Vorweihnachtszeit meldet sich The Natural Gem GmbH mit einer Pressemitteilung zurück, die funkelt wie ein perfekt geschliffener Edelstein:
Sanierungsverfahren erfolgreich abgeschlossen, schuldenfrei, wirtschaftlich neu aufgestellt, strategisch gestärkt. Weihnachten kann kommen.

Man erfährt von externen Faktoren, schwierigen Märkten, steigenden Preisen, Lieferketten, Unsicherheiten – kurz: von allem, was heutzutage immer schuld ist. Man liest von gestrafften Prozessen, optimierten Strukturen, interdisziplinären Expertenteams und einem durchgehend aufrechterhaltenen Geschäftsbetrieb. Sogar Kunden- und Lieferantenbeziehungen seien vollständig erhalten geblieben. Applaus.

Und dann bedankt sich Geschäftsführer Dr. Thomas Schröck artig bei allen Beteiligten – Kunden, Mitarbeitern, Partnern. Ein Comeback wie aus dem Lehrbuch für Unternehmenskommunikation: sauber, positiv, geschniegelt.

Was allerdings auffällt:
Eine Zahl fehlt.

Nirgendwo ist zu lesen, auf wie viel Geld Gläubiger oder Anleger im Rahmen dieses Sanierungsverfahrens tatsächlich verzichten mussten. Keine Quote, kein Betrag, kein Hinweis darauf, ob das „schuldenfrei“ durch vollständige Begleichung oder durch einen – sagen wir – kreativen Schuldenschnitt erreicht wurde.

Dabei wäre genau das für Außenstehende interessant gewesen. Denn schuldenfrei wird man bekanntlich auf zwei Arten:

  1. Man zahlt alles zurück.

  2. Oder andere verzichten.

Welche dieser Varianten hier zutrifft, bleibt so diskret verborgen wie ein Edelstein im Tresor. Für eine Pressemitteilung, die Transparenz, Stärke und Zukunftssicherheit ausstrahlen möchte, ist das bemerkenswert.

Gerade deshalb wäre es – ganz im Sinne der viel beschworenen Werte – vielleicht hilfreich gewesen, auch diesen Aspekt offen zu benennen. Wahrheit ist schließlich ebenfalls ein wertvoller Rohstoff, und man darf annehmen, dass sie für Herrn Dr. Schröck mindestens genauso wichtig ist wie Glanz, Schliff und ein gelungener Neustart.

So bleibt am Ende ein positives Bild – nur eben mit einem kleinen, aber entscheidenden blinden Fleck. Und der glitzert leider nicht.

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