Startseite Allgemeines Thailand liefert mutmaßlichen Scam-Stadt-Boss She Zhijiang an China aus
Allgemeines

Thailand liefert mutmaßlichen Scam-Stadt-Boss She Zhijiang an China aus

mayns82 (CC0), Pixabay
Teilen

Nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen wird der chinesische Unternehmer She Zhijiang an China ausgeliefert. Der 41-Jährige gilt als zentrale Figur hinter illegalen Glücksspiel- und Cyberbetrugsnetzwerken in Südostasien, darunter der berüchtigten „Scam-Stadt“ Shwe Kokko in Myanmar.

Verhaftung und Auslieferung

She wurde bereits 2022 in Thailand verhaftet, nachdem Interpol auf Antrag Chinas einen Haftbefehl erlassen hatte. Ein thailändisches Gericht bestätigte nun endgültig seine Auslieferung. Am Mittwoch wurde er in Bangkok unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zum Flughafen gebracht.

Die Auslieferung erfolgt kurz vor einem historischen Staatsbesuch des thailändischen Königs in China – ein Zeichen wachsender bilateraler Zusammenarbeit.

Shwe Kokko – Stadt der Täuschung

She Zhijiang ist eng mit dem Bau der Stadt Shwe Kokko an der Grenze zwischen Myanmar und Thailand verbunden. Offiziell als „Touristenresort für Chinesen“ vermarktet, gilt der Ort als Zentrum für Online-Betrug, Geldwäsche und Menschenhandel. Vor Ort berichten Einwohner, dass viele der Scam-Farmen weiterhin aktiv seien.

Internationale Sanktionen und Kritik

She und seine Firma Yatai International stehen auf Sanktionslisten der USA und Großbritanniens, unter anderem wegen Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit den betrügerischen Geschäftspraktiken.

Trotzdem wies She in einem BBC-Interview aus dem Gefängnis im Frühjahr jegliche Verantwortung zurück:

„Unser Unternehmen akzeptiert keine Telekom-Betrügereien. Aber die Stadt ist offen – natürlich können auch Kriminelle kommen.“

Aufstieg eines Tech-Betrügers

She wurde 1982 in der chinesischen Provinz Hunan geboren, brach die Schule mit 14 ab und brachte sich das Programmieren selbst bei. Bereits früh stieg er in illegales Online-Glücksspiel ein, später expandierte er nach Kambodscha, Myanmar und auf die Philippinen.

Er besitzt laut US-Behörden auch Staatsbürgerschaften von Kambodscha und Myanmar.

Cyberbetrug in der Region – ein wachsendes Problem

Laut den Vereinten Nationen sind derzeit Hunderttausende Menschen in südostasiatischen Scam-Zentren gefangen, viele davon Chinesen. Sie werden durch falsche Jobangebote angelockt, dann festgehalten und gezwungen, Online-Betrug zu begehen – oft unter Gewaltandrohung.

China reagiert zunehmend hart: In den letzten Monaten wurden mehrere Anführer chinesischer Betrugsnetzwerke zum Tode verurteilt.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Insolvenz:Solar GK GmbH

701 IN 83/26 In dem Verfahren über den Antrag Solar GK GmbH,...

Allgemeines

John Roberts gab Trump eine Ausfahrt bei den Zöllen – doch Trump nimmt sie nicht

Donald Trumps beispielloser Einsatz von Strafzöllen hat die Weltwirtschaft in Atem gehalten:...

Allgemeines

Was ist Blue Owl – und warum sorgt „Private Credit“ plötzlich für Nervosität?

An der Wall Street sorgt erneut ein Bereich für Unruhe, der ohnehin...

Allgemeines

Flüche, Beschimpfungen und Politik: Wenn der Ton in Amerika kippt

Der politische Diskurs in den USA ist rauer geworden – oder, wie...