Inmitten politischer Grabenkämpfe über Einwanderungs- und Sicherheitsfragen zeichnet sich in den USA ein Ende des aktuellen Teil-Shutdowns ab. Das Repräsentantenhaus hat einem Finanzierungspaket zugestimmt, das vorübergehend die Ausgaben für das Ministerium für Heimatschutz (DHS) sichert. Die endgültige Abstimmung soll heute (Dienstag) um 13 Uhr Ortszeit erfolgen – Präsident Donald Trump hat bereits signalisiert, das Paket unterzeichnen zu wollen.
Das Paket beinhaltet eine zweiwöchige Übergangsfinanzierung für das DHS, zu dem auch die umstrittenen Behörden ICE und Grenzschutz zählen. Hintergrund sind politische Verhandlungen über mögliche Reformen – unter anderem nach den tödlichen Polizeieinsätzen gegen Alex Pretti und Renee Good in Minneapolis.
Ringen um Kompromiss – Streitpunkt Einwanderung
Während Senats-Demokraten bereits vergangene Woche geschlossen für ein Ende des Shutdowns stimmten, ist die Demokratische Partei im Repräsentantenhaus gespalten. Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson (Republikaner), äußerte sich zuversichtlich, die Abstimmungen zu gewinnen – kritisierte aber gleichzeitig die „Familienfehde“ unter den Demokraten.
Johnson betonte, dass man bei der geplanten Einwanderungsreform keine „Amnestie“ dulden werde. „Wir müssen unser Einwanderungsrecht durchsetzen. Das war der zentrale Wunsch der Wähler bei der letzten Wahl“, erklärte er auf einer Pressekonferenz.
Republikanische Abweichler geben Widerstand auf
Einige republikanische Abgeordnete hatten zunächst damit gedroht, das Gesetz zu blockieren, wenn nicht zusätzliche Maßnahmen – etwa zur Einführung eines bundesweiten Wählerausweises – aufgenommen würden. Diese Forderung wurde jedoch wieder fallengelassen, nachdem parteiinterne Gespräche geführt worden waren. Eine Abstimmung zu dem Thema sei laut Medienberichten im Gegenzug zugesagt worden.
Demokratische Kritik an Finanzierung des Heimatschutzministeriums
Besonders in der Demokratischen Partei wächst die Kritik am Heimatschutzministerium (DHS) selbst. Der demokratische Abgeordnete Jim McGovern erklärte, er werde „nicht einmal für zwei Sekunden“ für die Finanzierung des DHS stimmen, das in seinen Augen „Gemeinden terrorisiert“ und „sich über das Gesetz stellt“. Die tödlichen Vorfälle in Minneapolis haben offenbar tiefes Misstrauen gegenüber den Sicherheitsbehörden ausgelöst.
Was bedeutet der Shutdown für Bürgerinnen und Bürger?
Auch bei einem Teil-Shutdown bleiben wichtige staatliche Leistungen wie Sozialversicherung, Medicare und Medicaid weiterhin verfügbar. Diese Programme gehören zu den gesetzlich vorgeschriebenen Ausgaben, die nicht direkt von jährlichen Haushaltsverhandlungen abhängig sind.
Nationalparks und Lebensmittelkontrollen laufen laut der zuständigen Haushaltsbehörde in der Regel ebenfalls weiter. Dennoch führt ein Teil-Shutdown häufig zu Verzögerungen und Einschränkungen bei bestimmten Bundesdienstleistungen, da nicht-essenzielle Arbeitsbereiche vorübergehend geschlossen werden.
Ausblick
Mit der heutigen endgültigen Abstimmung im Repräsentantenhaus und der erwarteten Zustimmung von Präsident Trump könnte der Teil-Shutdown bald beendet sein – zumindest vorübergehend. Die kommenden zwei Wochen dürften jedoch politisch entscheidend werden: Dann sollen die schwierigen Verhandlungen über langfristige Einwanderungs- und Sicherheitsreformen beginnen. Ob hier eine schnelle Einigung gelingt, bleibt angesichts parteiinterner Spannungen weiter ungewiss.
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