Nach dem tödlichen Polizeieinsatz gegen die 37-jährige Renee Nicole Good in Minneapolis ist es am Wochenende in zahlreichen US-Städten zu Protesten gekommen. Die Mutter von drei Kindern war am 7. Januar von einem Beamten der Einwanderungsbehörde ICE erschossen worden. Videos deuten darauf hin, dass sie im Begriff war, vom Einsatzort wegzufahren, als der Schuss fiel. Das US-Heimatschutzministerium wirft ihr hingegen vor, ihr Fahrzeug als Waffe eingesetzt zu haben.
Allein in Minneapolis versammelten sich am Samstag etwa 3.000 Menschen zu einem Protestmarsch. Viele Demonstrierende äußerten ihre Wut über die zunehmende Präsenz von ICE in mehrheitlich demokratisch regierten Städten. Auch in Kalifornien, Iowa, Florida und Ohio kam es zu Kundgebungen, Mahnwachen und Protestmärschen. In Coachella tanzten Teilnehmende zu Musik aus Lautsprechern, in Naples (Florida) wurde eine Lichterprozession abgehalten.
In einem Statement betonte Goods Ehefrau, Rebecca Good, dass ihre Partnerin lediglich ihre Nachbarn habe unterstützen wollen. „Wir hatten Pfeifen. Sie hatten Waffen“, sagte sie. Der Stadtteil, in dem das Paar lebte, war in den letzten Wochen Ziel verstärkter ICE-Aktionen gewesen.
Politische Stimmen kritisierten den Einsatz scharf. Die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar sprach bei einer Kundgebung in Minneapolis von einem Amerika, „in dem wir so nicht leben wollen“. Gemeinsam mit Kolleginnen war ihr zuvor der Zugang zu einem ICE-Zentrum verweigert worden.
Die Proteste verliefen größtenteils friedlich. Aktivistengruppen wie Indivisible riefen dazu auf, den Druck auf politische Entscheidungsträger zu erhöhen, um gegen willkürliche Gewalt durch Bundesbehörden vorzugehen. „Wir müssen ihnen zeigen, wie wütend wir sind“, sagte Mitgründer Ezra Levin.
Insgesamt waren für das Wochenende über 1.000 Protestaktionen im Rahmen des „ICE Out For Good Weekend of Action“ angekündigt – ein Zeichen für die wachsende Kritik an der Einwanderungspolitik unter Präsident Trump
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