Tätowierungen gelten heute als Ausdruck von Individualität – doch gesundheitlich sind sie nicht ohne Risiko. Neben bekannten Komplikationen wie allergischen Reaktionen und lokalen Entzündungen (K-Tipp 1/2022) mehren sich nun Hinweise auf tiefergehende Auswirkungen auf das Immunsystem.
Im vergangenen Jahr bestätigten gleich drei wissenschaftliche Studien die potenziellen Gefahren von Tattoos für die Gesundheit.
Eine Untersuchung des Forschungsinstituts für Biomedizin in Bellinzona (TI) ergab, dass Pigmente aus der Tätowierfarbe in die Lymphknoten wandern können. Dort greifen sie Immunzellen an und begünstigen chronische Entzündungsprozesse. Die Forschenden warnen: Langfristig könne dies das Immunsystem schwächen – mit möglichen Folgen wie einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen oder sogar Krebs.
Auch eine Studie der Universität Lund in Schweden kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: Menschen mit Tattoos haben demnach ein um rund 30 Prozent höheres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Grundlage der Analyse war das nationale Krebsregister, in dem Tätowierte mit Nicht-Tätowierten verglichen wurden.
Ergänzend dazu untersuchte eine dänische Zwillingsstudie die Zusammenhänge zwischen Tattoos und Krebsrisiken bei Männern und Frauen. Das Fazit: Tätowierte Personen zeigten ein erhöhtes Risiko für Lymphome und Hautkrebs – unabhängig von Geschlecht oder Alter.
Fazit:
Tattoos sind mehr als nur Hautsache. Die aktuellen Studien liefern deutliche Hinweise darauf, dass Tätowierungen langfristige Auswirkungen auf das Immunsystem haben und mit einem gesteigerten Krebsrisiko einhergehen können. Wer sich tätowieren lässt, sollte sich daher nicht nur über das Motiv Gedanken machen – sondern auch über mögliche gesundheitliche Folgen.
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