Die republikanische US-Senatorin Susan Collins hat offiziell ihre erneute Kandidatur für den Senat angekündigt. Mit einem ungewöhnlichen, aber symbolträchtigen Video in den sozialen Medien bestätigte die 73-Jährige, dass sie 2026 für eine sechste Amtszeit im Bundesstaat Maine antreten wird. In dem kurzen Clip packt Collins ein Paar grauer New-Balance-Turnschuhe aus und erklärt mit einem Augenzwinkern: „Das ist perfekt für 2026, denn ich laufe.“ Die Anspielung ist doppeldeutig – sowohl auf den Wahlkampf als auch auf den jüngsten Produktionsstart des Unternehmens New Balance in Maine.
Die Ankündigung kam nicht überraschend, dennoch gilt das Rennen schon jetzt als eines der spannendsten und umkämpftesten Senatsrennen der USA. Collins gehört zu den bekanntesten politischen Figuren ihres Bundesstaates und hat sich über Jahrzehnte hinweg als moderate Republikanerin positioniert. Immer wieder wich sie von der Parteilinie ab, etwa in einzelnen Fragen unter Präsident Donald Trump, unterstützte jedoch die Republikaner, wenn Mehrheiten knapp waren.
Auf demokratischer Seite zeichnet sich ein intensiver Vorwahlkampf ab. Der politische Newcomer Graham Platner tritt gegen die amtierende Gouverneurin Janet Mills an. Mills wird vom demokratischen Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, unterstützt, während Platner prominente Rückendeckung von Senator Bernie Sanders aus Vermont erhält. Beide hoffen, Collins herauszufordern und den Sitz für die Demokraten zu gewinnen – ein wichtiges Ziel im Kampf um die Mehrheit im Senat.
Umfragen zeigen, dass Collins in Maine nicht unumstritten ist. Dennoch hat sie in der Vergangenheit bewiesen, dass sie auch unter schwierigen Bedingungen Wahlsiege erringen kann. Bei der Wahl 2020 gewann sie deutlich gegen die demokratische Herausforderin Sara Gideon, obwohl der damalige Präsidentschaftskandidat Joe Biden den Bundesstaat klar für sich entschied.
Ein weiterer Vorteil von Collins ist ihre starke finanzielle Ausgangslage. Laut Angaben der Bundeswahlkommission verfügt sie über mehr als acht Millionen US-Dollar an Wahlkampfgeldern. Platner folgt mit rund 3,7 Millionen Dollar, während Mills mit etwa 1,3 Millionen Dollar deutlich zurückliegt. Geld allein entscheidet zwar keine Wahl, verschafft jedoch erhebliche strategische Möglichkeiten.
Der Senatswahlkampf 2026 in Maine verspricht daher hohe Spannung, klare politische Kontraste und nationale Aufmerksamkeit. Ob Susan Collins ihre beeindruckende Serie fortsetzen kann oder ob die Demokraten den Sitz erobern, wird weit über die Grenzen des Bundesstaates hinaus von Bedeutung sein.
Kommentar hinterlassen