Startseite Allgemeines „Surftrip endet im Massaker“ – 20 Jahre Haft für Frau nach Mord an australischen Brüdern in Mexiko
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„Surftrip endet im Massaker“ – 20 Jahre Haft für Frau nach Mord an australischen Brüdern in Mexiko

Kanenori (CC0), Pixabay
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Der Fall, der Australien, die USA und Mexiko gleichermaßen erschüttert hat, ist weit mehr als ein tragischer Überfall. Die Ermordung der Brüder Jake und Callum Robinson sowie ihres Freundes Carter Rhoad reiht sich ein in eine Serie brutaler Verbrechen in Mexiko – doch die Hintergründe dieses Falls machen ihn besonders erschütternd. Die nun verhängte 20-jährige Haftstrafe gegen die 23-jährige Ari Gisell ist nur ein erster Schritt in einem komplexen, emotional aufgeladenen Verfahren.

Ein harmloser Surftrip wird zur Todesfalle

Für die australischen Brüder Jake und Callum Robinson war es ein gemeinsamer Abenteuerurlaub. Callum lebte in San Diego, Jake war extra aus Australien angereist. Gemeinsam mit Callums Freund Carter Rhoad wollten sie einige Tage an abgelegenen Stränden von Baja California surfen.

Doch genau diese Abgeschiedenheit wurde ihnen zum Verhängnis.

Nach Angaben der Ermittler wurden die drei Männer gezielt verfolgt, überfallen und schließlich hingerichtet. Ihre Leichen wurden später mehr als 15 Meter tief in einem entlegenen Brunnen gefunden – kaltblütig erschossen, offenbar um Zeugen zu beseitigen.

Der Auslöser: Autoreifen – und eine fatale Bitte

Ari Gisell, damals 23 Jahre alt, soll laut Gericht die entscheidende Rolle gespielt haben.
Sie hatte angeblich ein Auge auf die Reifen des Fahrzeugs der Touristen geworfen. In einer Nachricht an ihren Freund Jesús Gerardo soll sie gesagt haben:

„Bring mir ein gutes Handy und gute Reifen für meinen Pickup.“

Diese scheinbar banale Begehrlichkeit führte zu einem tödlichen Dominoeffekt:

  1. Gerardo und zwei Komplizen folgten den Touristen über Kilometer hinweg.

  2. Sie fanden den abgelegenen Campingplatz der Surfer.

  3. Sie überfielen die drei Männer, raubten sie aus.

  4. Und sie töteten sie – alle mit Kopfschüssen.

Gisell selbst war nicht am Tatort, doch das Gericht sah sie als Anstifterin.

Kartellverbindungen werfen Schatten über den Fall

Während die Staatsanwaltschaft keinen direkten Bezug zum organisierten Verbrechen sieht, berichten mexikanische Medien, dass zwei der Täter – Gerardo und Irineo Francisco – Verbindungen zum Sinaloa-Kartell haben sollen.

Das Kartell, einst geführt von El Chapo Guzmán, gilt als eine der mächtigsten und brutalsten Verbrecherorganisationen weltweit.

Beide Männer sitzen in El Hongo, einem Hochsicherheitsgefängnis, in dem üblicherweise hochrangige Kriminelle untergebracht werden.
Ob die Kartellverbindungen Einfluss auf die Tat hatten, bleibt bislang ungeklärt.

Zerbrochene Träume – Die Opfer und ihre Zukunftspläne

Die Familien der Opfer rangen in der Anhörung mit den Tränen. Ihre Aussagen zeichneten das Bild dreier junger Männer voller Pläne und Perspektiven:

Callum Robinson (33)

Lacrosse-Nationalspieler, beliebt, ehrgeizig, in Kalifornien verwurzelt.

Jake Robinson (30)

Junger Arzt, der kurz davor stand, einen neuen Job anzutreten – sein Leben lag vor ihm.

Carter Rhoad (30)

Technologiespezialist aus San Diego, lebensfroh und engagiert.
In wenigen Monaten hätte er seine Verlobte Natalie Wiertz geheiratet.

Ihre Worte im Gerichtssaal schockierten:

„Mein Leben ist jetzt ein Albtraum. Er war meine Sicherheit in der Welt.“ – Natalie Wiertz
„Wir leben mit ihrer Abwesenheit – jeden einzelnen Tag.“ – Debra Robinson, Mutter der Brüder

Ari Gisell: Reue vor Gericht – zu spät für Vergebung

Vor Gericht brach Gisell in Tränen aus. Sie entschuldigte sich und sagte, sie wolle „ein besserer Mensch werden“.

Doch die Familien der Opfer machten deutlich:
Keine Entschuldigung, keine Strafe und kein Gerichtsurteil kann das, was sie verloren haben, jemals wieder gutmachen.

Der Fall ist noch lange nicht abgeschlossen

Während Gisell bereits verurteilt ist, stehen die mutmaßlichen Haupttäter noch vor Gericht. Ihnen drohen lange Haftstrafen – möglicherweise sogar lebenslang.

Für die Angehörigen ist der Prozess jedoch kein Sieg, sondern ein notwendiger Schritt:

Gerechtigkeit – nicht Genugtuung.

Der brutale Dreifachmord von Baja California wird als eines der grausamsten Verbrechen gegen Touristen in Mexiko in Erinnerung bleiben. Und er zeigt erneut, wie gefährlich selbst scheinbar harmlose Reisen in Regionen sein können, in denen organisierte Kriminalität, Armut und Gewalt unvorhersehbar ineinandergreifen.

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