Die südafrikanische Polizei hat nach eigenen Angaben eine kriminelle Gruppe zerschlagen, die Frauen in Einkaufszentren entführt und ausraubt. Anlass war die brutale Ermordung der 30-jährigen Studentin Olorato Mongale, die am Sonntag in Lombardy nördlich von Johannesburg tot aufgefunden wurde.
Mongale war nur zwei Stunden zuvor als vermisst gemeldet worden, nachdem sie sich zu einem Date verabredet hatte. Am Mittwochabend nannten die Behörden drei Verdächtige, die im Zusammenhang mit dem Verbrechen stehen sollen.
„Wir haben einer Bande das Rückgrat gebrochen, die gezielt Frauen – insbesondere junge Frauen – in Einkaufszentren ins Visier genommen hat“, sagte Polizeisprecherin Brigadier Athlenda Mathe.
Die Ermittler stellten ein weißes VW Polo sicher, das angeblich für den Mord benutzt wurde. Im Wagen, der in einer Werkstatt in Durban entdeckt wurde, fanden sich Blutspuren. Der mutmaßliche Besitzer des Fahrzeugs wurde bereits festgenommen.
Gesuchte Verdächtige
Nach drei weiteren Männern – Fezile Ngubane, Philangenkosi Sibongokuhle Makhanya und Bongani Mthimkhulu – wird gefahndet. Zwei von ihnen waren erst im vergangenen Monat wegen Entführung und Raub einer Frau in KwaZulu-Natal verhaftet worden – ebenfalls unter Nutzung desselben Fahrzeugs. Beide kamen jedoch gegen Kaution frei.
„Diese Männer sind gefährlich. Die Bevölkerung soll sie keinesfalls selbst ansprechen“, warnte Brigadier Mathe. „Wir fordern sie auf, sich umgehend bei der nächsten Polizeidienststelle zu stellen.“
Opfer mit Leidenschaft für Journalismus
CCTV-Aufnahmen zeigen, wie Mongale zuletzt in Johannesburg in ein weißes Auto mit gefälschten Kennzeichen stieg. Zuvor hatte sie einer Freundin noch per SMS geschrieben, wie sehr sie sich auf ihr Date freue. Kurz darauf wurde sie ermordet. Laut Familien-Sprecherin Criselda Kananda sei ihr Körper „grausam entstellt“ aufgefunden worden.
Am Mittwochabend hielten Angehörige, Freund:innen und Unterstützer:innen eine Mahnwache mit Kerzen an der Fundstelle der Leiche.
Die Studentin hatte zuvor einen Journalismus-Abschluss an der Rhodes University gemacht und kurzzeitig für das Nachrichtenportal TimesLIVE gearbeitet. Dort berichtete sie unter anderem über den Fall Karabo Mokoena, die 2017 von ihrem Freund getötet worden war.
Gewalt gegen Frauen in Südafrika
Mongales Tod hat eine landesweite Debatte über Gewalt gegen Frauen entfacht. Allein zwischen Januar und März dieses Jahres wurden 137 Frauen ermordet und über 1.000 Frauen vergewaltigt, wie aus den aktuellen Kriminalstatistiken hervorgeht.
Freunde und Familie beschrieben Mongale als eine lebensfrohe, engagierte Frau, die „mit Liebe und Zielstrebigkeit“ gelebt habe.
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