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Studie: Paracetamol in der Schwangerschaft sicher – Trump-Äußerungen zu Autismus haltlos

Independent_Bright (CC0), Pixabay
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Paracetamol ist auch in der Schwangerschaft sicher – das bestätigt eine neue, umfassende Analyse von 43 hochwertigen Studien, veröffentlicht im Fachjournal The Lancet Obstetrics, Gynaecology & Women’s Health. Die Forschenden fanden keinen Zusammenhang zwischen der Einnahme des Schmerzmittels und einem erhöhten Risiko für Autismus, ADHS oder Entwicklungsstörungen bei Kindern.

Die Autor:innen sprechen von einem „Goldstandard“ in der Forschung, da viele der einbezogenen Studien Geschwister verglichen und dadurch genetische oder familiäre Einflüsse weitgehend ausschließen konnten.

„Paracetamol bleibt eine sichere Option in der Schwangerschaft, wenn es korrekt eingenommen wird“, so die Hauptautorin der Studie, Prof. Asma Khalil, gegenüber der BBC. Die Ergebnisse stützen die bestehenden Empfehlungen von Fachgesellschaften in Großbritannien, den USA und Europa.

Die neue Analyse widerspricht damit direkt den umstrittenen Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der im September 2025 behauptete, Paracetamol sei „schlecht“ und Schwangere sollten „um jeden Preis vermeiden, es zu nehmen“. Auch der damalige US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hatte zuvor eine Untersuchung zu steigenden Autismusraten angekündigt.

Obwohl Trumps Äußerungen weltweit für Irritation sorgten, folgte die US-Arzneimittelbehörde FDA mit einem Warnbrief an Ärzt:innen – ohne jedoch von ihrer bisherigen Einschätzung abzuweichen: Paracetamol bleibt das einzige offiziell zugelassene Mittel gegen Fieber in der Schwangerschaft.

Fachleute hoffen nun auf ein Ende der Debatte. Prof. Ian Douglas (London School of Hygiene and Tropical Medicine) lobt die neue Studie als „methodisch solide“. Und Prof. Jan Haavik (Universität Bergen) sagt: „Die Frage ist nun beantwortet – Paracetamol erhöht nicht das Risiko für Autismus oder ADHS.“

Ein wichtiger Punkt, denn unbehandelte Schmerzen oder Fieber in der Schwangerschaft können dem Kind erheblich schaden – inklusive Risiko für Fehl- oder Frühgeburten.

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