Eine neue großangelegte Studie des unabhängigen Forschungsinstituts More in Common offenbart beunruhigende Einstellungen unter jungen Unterstützern von Ex-Präsident Donald Trump. Demnach zeigen Wähler:innen der Generation Z und Millennials, die Trump unterstützen, deutlich konservativere Haltungen zu Geschlechterrollen, Religion und dem Einsatz politischer Gewalt als ihre älteren Parteikolleg:innen.
Die Ergebnisse basieren auf mehr als 18.000 Interviews aus sechs nationalen Umfragen, durchgeführt zwischen April 2025 und Januar 2026. Die Studie identifiziert zudem vier unterschiedliche Typen von Trump-Wählern: „MAGA-Hardliner“, „Anti-Woke-Konservative“, „Mainstream-Republikaner“ und das „Widerwillige rechte Lager“.
„Der Mann soll führen“: Rückschritt in der Geschlechterfrage
Laut der Untersuchung glauben 26 % der jungen Trump-Wähler:innen, dass „der Mann führen und die Frau folgen“ solle. Zum Vergleich: Nur 10 % der älteren Trump-Anhänger teilen diese Meinung. Auch unter jungen Nicht-Trump-Wähler:innen zeigt sich mit 15 % Zustimmung eine bedenkliche Tendenz zur Rückkehr traditioneller Rollenbilder.
Fast die Hälfte der jungen Trump-Wähler:innen (49 %) ist überzeugt, dass die US-Kultur „mehr Männlichkeit“ brauche – mehr als in jeder anderen untersuchten Gruppe. Unter älteren Trump-Wählern liegt die Zahl bei 39 %, bei älteren Nicht-Trump-Wähler:innen nur bei 13 %.
Zunehmende Offenheit für Gewalt
Besonders alarmierend: 20 % der jungen Trump-Anhänger:innen halten politische Gewalt „manchmal für notwendig“. Das ist fast dreimal so viel wie bei älteren Trump-Wähler:innen (7 %). Doch auch bei jungen Nicht-Trump-Wähler:innen zeigt sich diese Entwicklung: Ebenfalls 20 % von ihnen äußerten Zustimmung zu Gewalt als politischem Mittel.
Mehr Religion in die Politik?
Auch bei der Frage nach Religion in der Öffentlichkeit zeigen sich klare Altersunterschiede. 40 % der jungen Trump-Wähler:innen wünschen sich „mehr Religion im öffentlichen Leben“, bei den älteren sind es 35 %. Selbst unter jungen Nicht-Trump-Wähler:innen spricht sich fast ein Drittel (30 %) für mehr religiösen Einfluss in Politik und Gesellschaft aus.
Wirtschaftspessimismus und Nullsummen-Denken
Sowohl junge Trump- als auch Nicht-Trump-Wähler:innen teilen eine pessimistische Sicht auf die wirtschaftliche Entwicklung. Etwa ein Drittel glaubt, dass „eine Gruppe verliert, wenn eine andere gewinnt“ – ein Nullsummen-Denken, das Chancen für gesellschaftlichen Ausgleich in Frage stellt.
Zudem sagen 64 % der Trump-Wähler:innen und 70 % der Nicht-Trump-Wähler:innen, dass der „amerikanische Traum“ heute schwerer zu erreichen sei als früher.
Fazit: Radikalisierung in Teilen der Jugend?
Die Studie wirft ein Schlaglicht auf die gesellschaftlichen Spannungen in den USA – und zeigt, dass gerade junge Menschen nicht per se progressiver denken. Auch in der Generation Z und bei den Millennials existiert eine starke konservative Strömung, die autoritäre Werte, Geschlechterhierarchien und religiösen Einfluss gutheißt.
Ob und wie sich diese Einstellungen langfristig in politisches Handeln übersetzen, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Die Spaltung innerhalb der amerikanischen Gesellschaft verläuft nicht nur entlang der Parteienlinien – sondern auch zwischen den Generationen.
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