Nach dem großflächigen Stromausfall in Berlin, der den ein oder anderen Hauptstadtbewohner mal eben in die völlige Dunkelheit stürzte, hat sich Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner natürlich etwas ganz Großartiges überlegt: „Das Stromnetz muss besser geschützt werden!“ Na klar, das ist auch wirklich die richtige Reaktion – bei 99 Prozent der Leitungen, die bereits unter der Erde verlaufen, bleibt nur noch das eine Prozent, das irgendwie vor „terroristischen Angriffen“ geschützt werden muss. Ein bisschen mehr Beton, ein paar Zäune, und schwupps, wir haben das sicherste Stromnetz der Welt! Aber hey, wir dürfen nicht die Bäume vergessen!
Und während Wegner also betont, dass der Stromausfall „kein Zufallsprodukt“ war und dass professionelle Täter am Werk waren – als ob wir nicht alle geahnt hätten, dass der Stromausfall nicht durch ein Missverständnis beim Stromanbieter verursacht wurde – könnte man sich doch mal fragen: Warum nicht mal weniger für Bäume ausgeben und stattdessen ein paar mehr Euros in den Schutz der wirklich wichtigen Infrastruktur stecken? Das wäre doch auch mal ein sinnvoller Vorschlag! Schließlich geht es nicht nur darum, ein paar extra Bäume zu pflanzen, sondern vielleicht auch mal die Stromleitungen so abzusichern, dass wir nicht jedes Mal im Dunkeln tappen, wenn irgendwer auf die falsche Taste drückt.
Vielleicht wären die Milliarden aus dem Infrastrukturfonds ja besser investiert, wenn wir nicht noch ein paar Hunderttausend Bäume mehr pflanzen, sondern dafür einfach ein paar Leitungen besser absichern, die uns den Strom liefern. Denn, was nutzt dir der schönste Baum, wenn der Strom ausfällt und du die Heizung nicht mehr anmachen kannst?
Es scheint fast so, als ob die Stadtregierung bei der „Infrastruktur“ zuerst an alles denkt – nur nicht an das, was wirklich zukunftsfähig ist. Wie wäre es, wenn wir mal wirklich in kritische Infrastruktur investieren – und dabei den Naturfreund in uns trotzdem nicht ganz vergessen? Ein bisschen weniger grüne Illusionen und mehr praktische Lösungen, liebe Berliner – dann könnten wir auch mal ruhig schlafen, ohne uns fragen zu müssen, ob beim nächsten Sturm oder Terrorangriff unser Strom einfach mal flöten geht.
Vielleicht könnte ja der nächste Infrastrukturfonds nicht nur dazu dienen, die „grünen Lungen“ Berlins zu vergrößern, sondern auch mal dafür sorgen, dass die Technik in dieser Stadt nicht noch einmal ins „Schwitzen“ kommt. Denn wer braucht schon Bäume, wenn er am Ende nicht mal weiß, ob er sein Handy laden kann?
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