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Streit um Abwasserkatastrophe im Potomac: Marylands Gouverneur kontert Trump

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Nach einem massiven Abwasseraustritt in den Potomac River ist ein politischer Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald Trump und Marylands Gouverneur Wes Moore entbrannt. Moore wies die Vorwürfe aus dem Weißen Haus entschieden zurück – und forderte Trump auf, „endlich seinen Job zu machen“.

Auslöser der Kontroverse war ein Rohrbruch am 19. Januar im sogenannten „Potomac Interceptor“, einer Abwasserleitung im Großraum Washington. Durch den Schaden gelangten mehr als 200 Millionen Gallonen Abwasser in den rund 600 Kilometer langen Fluss, der durch die US-Hauptstadt fließt und unweit des Weißen Hauses verläuft. Zuständig für die Anlage ist die Wasser- und Abwasserbehörde von Washington, D.C. (DC Water).

Trump machte in mehreren scharf formulierten Beiträgen in sozialen Medien demokratische Amtsträger – darunter Moore – für die Umweltverschmutzung verantwortlich. Er sprach von inkompetentem Management auf Landes- und Kommunalebene und kündigte an, Bundesbehörden sollten die Kontrolle über die Aufräumarbeiten übernehmen. Zudem forderte er die Gouverneure von Maryland und Virginia sowie die Bürgermeisterin von Washington, D.C. auf, ihn „höflich“ um Hilfe zu bitten, falls sie das Problem nicht selbst lösen könnten.

Moore reagierte in einem Interview mit USA TODAY mit deutlicher Kritik. Die beschädigte Leitung liege auf Bundesgelände und werde von einer Behörde der Hauptstadt verwaltet. „Wie Maryland da hineingezogen wird, ist mir ein Rätsel. Das sind sehr kreative Fakten vom Präsidenten der Vereinigten Staaten“, sagte der Gouverneur.

Nach seinen Angaben habe Maryland von Beginn an Unterstützung geleistet, unter anderem bei der Überprüfung der Wasserqualität. Ziel sei gewesen, mögliche Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung auszuschließen. Das akute Problem sei inzwischen behoben.

Mit Blick auf Trumps Vorwürfe sagte Moore: „Der Präsident behauptet nicht nur, es sei unsere Schuld – obwohl wir nichts damit zu tun hatten –, er verschweigt auch, dass dies eigentlich Aufgabe der Bundesregierung war. Und weil sie nicht gehandelt hat, habe ich es getan.“

In Richtung Weißes Haus fügte Moore hinzu: „Wenn der Präsident möchte, dass ich höflich bitte, dann ist hier meine Bitte: Herr Präsident, ich habe im vergangenen Monat Ihren Job gemacht. Bitte fangen Sie jetzt an, Ihren zu machen.“

Auch die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, griff Moore scharf an. Bei einer Pressekonferenz erklärte sie, die Infrastruktur in Maryland sei seit Langem vernachlässigt worden. Regierungen müssten formell um ein Eingreifen des Bundes bitten. Trump und die Bundesregierung stünden bereit, einzuspringen, da Moore gezeigt habe, dass er „nicht in der Lage“ sei, das Problem zu lösen.

Der Streit um die Verantwortung für den Abwasseraustritt entwickelt sich damit zunehmend zu einer parteipolitischen Auseinandersetzung – mit Blick auf Umweltpolitik, Zuständigkeiten und den anstehenden Wahlkampf.

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