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Strausberg sucht Bürgermeister – Wahl leider kurzzeitig im Bermudadreieck verschwunden

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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In Strausberg wollte man eigentlich nur einen Bürgermeister wählen. Herausgekommen ist nun ein Krimi zwischen Briefkasten, Postfiliale und Strafanzeige.

Landrat Gernot Schmidt (SPD) hat die Bürgermeisterwahl offiziell für ungültig erklärt. Grund: Einige Briefwahlstimmen haben offenbar eine kreative Auszeit genommen. Statt ordnungsgemäß im demokratischen Prozess mitzuwirken, landeten sie in einer Postfiliale, die sich – man ahnt es – in einem Privatgeschäft befindet. Und dieses Geschäft gehört… einem der Stichwahlkandidaten.

Bevor jetzt jemand hektisch Wahlplakate verbrennt: Die Ermittlungen richten sich ausdrücklich nicht gegen den Kandidaten selbst, sondern gegen „Unbekannt“. Unbekannt scheint in Strausberg derzeit ohnehin eine wichtige Rolle zu spielen – vor allem bei der Frage: Wo sind die Stimmen?

Vom Wahllokal ins Wohnzimmer?

Die ausgefüllten Briefwahlunterlagen tauchten in einer Postfiliale auf, die praktischerweise in einem privaten Laden untergebracht ist. Demokratische Teilhabe im Einzelhandel sozusagen. „Wählen Sie jetzt – und nehmen Sie gleich noch Batterien mit.“

Landrat Schmidt sprach von möglichen Wahlmängeln, stellte Strafanzeige und brachte Begriffe wie „Wahlbetrug“ und „Verletzung des Postgeheimnisses“ ins Spiel. Man wollte wohl nur ein Rathaus besetzen, jetzt beschäftigt man sich mit Strafrecht.

Stichwahl? Erst mal nicht.

Eigentlich sollten Annette Binder und Patrick Hübener (beide parteilos) am 15. März in die Stichwahl gehen. Daraus wird vorerst nichts. Statt Wahlkampf heißt es nun Aktenstudium.

Bürgermeisterin Elke Stadeler (parteilos) kündigte an, gegen die Aufhebung der Wahl keinen Widerspruch einzulegen. Man kann es ihr nicht verdenken – wenn schon Chaos, dann wenigstens ohne Verlängerung.

Nun wird gemeinsam mit dem Landeswahlleiter nach einem neuen Termin gesucht. Strausberg bekommt also eine Neuauflage. Vielleicht diesmal mit weniger Logistik-Überraschungen.

Demokratie mit Umweg

In Märkisch-Oderland hat man jetzt gelernt: Briefwahl ist praktisch – solange die Briefe auch wirklich beim Wahlamt landen und nicht im örtlichen Einzelhandel zwischen Zeitschriftenständer und Kaugummiregal.

Strausberg bleibt damit politisch spannend. Und irgendwo im Hintergrund sitzt vermutlich „Unbekannt“ und denkt sich: Das war so nicht geplant.

Fortsetzung folgt – vermutlich wieder per Brief.

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