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Straße von Hormus: EU setzt auf Diplomatie statt Militär

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Die strategisch wichtige Straße von Hormus steht erneut im Zentrum internationaler Diskussionen. Nachdem der Schiffsverkehr in der Meerenge durch den Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran stark eingeschränkt wurde, suchen Staaten nach Wegen, die wichtige Handelsroute wieder zu öffnen. Während US-Präsident Donald Trump auf militärische Sicherung setzt, verfolgt die Europäische Union einen diplomatischen Ansatz.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Transportwege für Öl und Flüssiggas weltweit. Seit rund zwei Wochen ist der Verkehr dort jedoch stark zurückgegangen. Hintergrund sind Spannungen und mögliche Angriffe des Iran auf Schiffe. Der iranische Außenminister Abbas Araktschi erklärte am Montag, dass Schiffe von Staaten, die nicht am Krieg beteiligt sind, die Meerenge weiterhin passieren dürften. Für Länder, die als Gegner oder Unterstützer der Gegner gelten, bleibe die Passage jedoch gesperrt.

Bei einem Treffen in Brüssel berieten die EU-Außenministerinnen und -minister über mögliche Lösungen. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas schlug eine diplomatische Vereinbarung nach dem Vorbild des sogenannten Schwarzmeer-Getreideabkommens vor. Dieses hatte der Ukraine während des russischen Angriffskriegs ermöglicht, trotz der Blockade über das Schwarze Meer Getreide zu exportieren. Kallas erklärte, sie habe bereits mit UN-Generalsekretär António Guterres darüber gesprochen, ob ein ähnliches Modell auch für die Golfregion funktionieren könnte.

Neben diplomatischen Initiativen diskutiert die EU auch militärische Optionen. Dabei geht es um eine mögliche Ausweitung des Mandats der EU-Marinemission „Aspides“, die bisher Handelsschiffe im Roten Meer schützt. Eine solche Entscheidung müsste jedoch von den EU-Mitgliedstaaten gemeinsam getroffen werden.

US-Präsident Donald Trump verfolgt dagegen einen deutlich militärischeren Ansatz. Er fordert Verbündete auf, sich an einer internationalen Mission zur Sicherung der Schifffahrt zu beteiligen und Kriegsschiffe in die Region zu entsenden. In einem Interview warnte er, eine mangelnde Unterstützung könne negative Folgen für die Zukunft der NATO haben.

Mehrere Staaten reagierten jedoch zurückhaltend. Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte, eine solche Mission sei keine NATO-Aufgabe. Auch Deutschlands Außenminister Johann Wadephul betonte, die Allianz sei für die Sicherung der Straße von Hormus nicht zuständig. Japan und Australien signalisierten ebenfalls, derzeit keine Marineschiffe in die Region schicken zu wollen.

Während die diplomatischen und politischen Gespräche weiterlaufen, verschärft sich die Lage im Nahen Osten militärisch. Israel startete eine begrenzte Bodenoffensive im Süden des Libanon gegen die Hisbollah-Miliz. Gleichzeitig meldeten mehrere Golfstaaten Drohnenangriffe und weitere militärische Zwischenfälle.

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