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Steuertricks und Millionen für Chelsea: Roman Abramovich droht Milliardenforderung in Großbritannien

jorono (CC0), Pixabay
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Der russische Oligarch Roman Abramovich könnte dem britischen Staat bis zu 1 Milliarde Pfund schulden, nachdem eine Reihe von Offshore-Steuertricks aufgedeckt wurde. Eine Untersuchung der BBC und des Bureau of Investigative Journalism (TBIJ) zeigt, dass Investments im Wert von 6 Milliarden Dollar über Briefkastenfirmen auf den Britischen Jungferninseln (BVI) abgewickelt wurden – obwohl die strategische Kontrolle vermutlich aus Großbritannien erfolgte.

Ein großer Teil dieser Gelder floss in den Fußballverein Chelsea FC, den Abramovich bis 2022 besaß. Sollte das britische Finanzamt HM Revenue and Customs (HMRC) eine Untersuchung einleiten, könnte sich eine der größten Steuernachforderungen der britischen Geschichte ergeben.

Ein milliardenschweres Steuersparmodell?

Laut geleakten Dokumenten investierte Abramovich über die BVI-Firma Keygrove Holdings Ltd große Summen in westliche Hedgefonds. Zwischen den späten 1990ern und den frühen 2020ern sollen diese Anlagen 3,8 Milliarden Dollar Gewinn erwirtschaftet haben.

Die Britischen Jungferninseln erheben keine Steuern auf Unternehmensgewinne, sodass dieses Konstrukt offenbar dazu diente, die Steuerpflicht in Großbritannien zu umgehen. Doch laut Experten ist die Schlüsselentscheidung für die Investitionen nicht auf den BVI, sondern aus Großbritannien getroffen worden – was bedeuten könnte, dass die Steuerpflicht dort liegt.

„Das ist ein ziemlich eindeutiges Indiz. Wenn die Kontrolle über die Unternehmen effektiv aus Großbritannien erfolgte, hätte dort auch die Steuer gezahlt werden müssen.“
– Rita de la Feria, Steuerrechtsexpertin

Im Zentrum der Enthüllungen steht Eugene Shvidler, ein enger Vertrauter von Abramovich und ehemaliger Chelsea FC-Direktor. Die BBC-Recherche zeigt, dass er als Fondsmanager in London die entscheidenden Investmententscheidungen traf.

Wie Chelsea FC von den Steuertricks profitierte

Ein wesentlicher Teil der Gelder aus diesen Hedgefonds floss offenbar direkt in die Finanzierung von Chelsea FC.

Laut den Dokumenten lief das Geld in folgendem Kreislauf:

  1. Abramovich investierte Milliarden über BVI-Firmen in Hedgefonds.
  2. Die Gewinne wurden über Keygrove Holdings Ltd in ein Netzwerk von Firmen umgeleitet.
  3. Diese Firmen wiederum gewährten Darlehen an Camberley International Investments Ltd – eine Gesellschaft, die gezielt für die Finanzierung von Chelsea FC gegründet wurde.

Bis 2021, als Chelsea die Champions League gewann, stammten Hunderte Millionen Dollar an Club-Finanzierungen aus diesen Offshore-Gewinnen.

Eine Rekord-Steuernachforderung?

Sollte die britische Steuerbehörde HMRC eine Untersuchung einleiten, könnte sich die Steuernachforderung auf mindestens 500 Millionen Pfund belaufen – möglicherweise sogar über 1 Milliarde Pfund, wenn Strafzinsen und Bußgelder hinzugerechnet werden.

Zum Vergleich:

  • Bernie Ecclestone, der ehemalige Chef der Formel 1, musste 2023 653 Millionen Pfund Steuern nachzahlen, nachdem er Offshore-Vermögen nicht deklariert hatte.
  • Eine Strafe in dieser Größenordnung würde die größte Steuernachzahlung eines Einzelnen in Großbritannien markieren.

„Es ist entscheidend, dass HMRC diesen Fall schnell untersucht. Das sind gewaltige Summen, die in öffentliche Dienstleistungen investiert werden könnten.“
– Joe Powell, Labour-Abgeordneter

Abramovichs Verteidigung: „Ich habe Experten konsultiert“

Die Anwälte des Oligarchen wiesen alle Vorwürfe zurück:

  • Abramovich habe stets professionelle Steuer- und Rechtsberatung eingeholt.
  • Er habe keine direkte Verantwortung für mögliche Steuerschulden, da Fachleute seine Finanzstrukturen verwalteten.
  • Auch Shvidler bestreitet, gegen Steuerrecht verstoßen zu haben.

Seine Anwälte argumentieren, dass die BBC-Berichterstattung auf unvollständigen Dokumenten basiert und zu falschen Schlussfolgerungen führt.

Was passiert mit den eingefrorenen Chelsea-Millionen?

Nach der russischen Invasion in der Ukraine wurde Abramovich gezwungen, Chelsea FC zu verkaufen. Die britische Regierung stellte jedoch eine Bedingung:
💰 2,5 Milliarden Pfund aus dem Verkauf sollten für Opfer des Krieges gespendet werden.

Doch drei Jahre später ist das Geld noch immer eingefroren – auf einem Konto der Barclays Bank.

Der Streitpunkt:

  • Abramovich will, dass die Gelder „allen Opfern des Krieges“ zugutekommen – also auch Russen.
  • Die britische Regierung besteht darauf, dass das Geld ausschließlich für humanitäre Hilfe in der Ukraine verwendet wird.

Das bedeutet, dass sowohl die Ukraine als auch der britische Steuerzahler auf Geld von Abramovich warten – während der Oligarch sich Berichten zufolge zwischen Istanbul, Tel Aviv und Sochi aufhält.

Fazit: Ein neuer Skandal für Abramovich – und eine große Frage für Großbritannien

Die Enthüllungen über Abramovichs Steuertricks, Offshore-Firmen und die Chelsea-Finanzierung werfen große Fragen auf:

🔹 Wird HMRC eine offizielle Untersuchung einleiten?
🔹 Kann Großbritannien tatsächlich Milliarden an Steuernachzahlungen eintreiben?
🔹 Und wird das eingefrorene Chelsea-Vermögen endlich für Kriegsopfer freigegeben?

Abramovich könnte bald vor einer der größten Steuerforderungen stehen, die Großbritannien je gestellt hat. Ob er sie zahlt, bleibt abzuwarten.

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