Während sich die USA auf eine neue Mission zum Mond vorbereiten – die erste seit über 50 Jahren –, sorgt ein ambitioniertes Startup aus San Francisco für Schlagzeilen: GRU Space kündigte an, bis 2032 das erste Hotel auf dem Mond errichten zu wollen.
In einer Pressemitteilung vom 12. Januar verkündete das Unternehmen, es plane, das erste permanente Bauwerk außerhalb der Erde zu schaffen – mit Platz für vier Gäste, die dort für mehrere Tage verweilen können.
Einchecken auf dem Mond – gegen Millionenanzahlung
GRU Space hat bereits damit begonnen, Interessenten für eine Mondübernachtung zu sammeln – mit einer Anzahlung von 1 Million US-Dollar pro Person. Die geplanten Übernachtungskosten: rund 416.667 US-Dollar pro Nacht.
Auf Nachfrage von USA TODAY, wie viele sich bereits für einen Aufenthalt angemeldet haben, reagierte das Unternehmen bislang nicht.
Wie soll das Hotel gebaut werden – und wie sieht es aus?
Die erste Version des Hotels soll auf der Erde vorgefertigt und anschließend auf den Mond transportiert werden. Dort wird es aufgeblasen und teilweise in sogenannten Mondkratern („lunar pits“) verankert, um vor Strahlung zu schützen und ein stabiles Temperaturumfeld zu schaffen.
Diese erste Variante soll eine Lebensdauer von 10 Jahren haben. Eine zweite, verbesserte Version, deren Bau ab 2029 geplant ist (abhängig von behördlicher Genehmigung), soll dann 20 Jahre halten und mithilfe von Materialien direkt vom Mond errichtet werden.
Die zweite Hotelversion ist architektonisch inspiriert vom Palace of Fine Arts in San Francisco – in einem klassisch griechisch-römischen Stil. Eine künstlerische Darstellung zeigt das geplante Erscheinungsbild des Hotels.
Mond als Ziel für Flitterwochen und Abenteuerreisen
GRU Space richtet sich laut eigener Aussage an „Abenteurer, wiederkehrende private Weltraumreisende und Paare auf Flitterwochen der besonderen Art“.
Zwischen Vision und Realität: Viele Fragen offen
Trotz der hochfliegenden Pläne ist die Umsetzung keineswegs einfach. Noch gibt es keine Unternehmen, die zivile Reisende zum Mond bringen. GRU hofft, den Bau in nur sechs Jahren fertigzustellen – eine gewagte Prognose.
Zudem bleiben viele Fragen offen:
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Wie wird Atmung und Lebenserhaltung gesichert?
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Wer arbeitet in einem Hotel auf dem Mond?
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Wie erfolgt die Versorgung?
Auch wenn eine Hoteleröffnung bis 2032 derzeit unwahrscheinlich scheint, verfolgen die USA klare Ziele zur Rückkehr auf den Mond.
Trumps Mondpläne und die nächste NASA-Mission
Im Dezember unterzeichnete US-Präsident Donald Trump eine Executive Order, um bis 2030 eine permanente amerikanische Präsenz auf dem Mond aufzubauen.
Die Artemis-2-Mission der NASA – mit vier Astronauten – soll noch in diesem Jahr den Mond umkreisen, als erste bemannte Mondmission seit über 50 Jahren. Eine Landung ist nicht vorgesehen, die Mission soll aber den Weg für spätere Landungen ebnen.
Vom Mond zum Mars: GRU denkt weiter
GRU-CEO Skyler Chan, gerade einmal 22 Jahre alt, gründete das Unternehmen mit 21 und hat bereits Investoren an Bord geholt, die zuvor SpaceX, Nvidia und das US-Rüstungsunternehmen Anduril unterstützt haben.
„Ich bin besessen vom Weltraum, seit ich ein Kind bin. Ich wollte immer Astronaut werden und fühle mich extrem privilegiert, dass ich meine Lebensaufgabe leben darf“, sagte Chan.
Das Hotel soll nur der Anfang sein: GRU plant langfristig Straßen, Lagerhäuser und Infrastruktur auf dem Mond – und später auch auf dem Mars.
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