
Die kürzlich veröffentlichte Grafik zu den Venture-Capital-Investments pro Kopf im Jahr 2025 sorgt für Diskussionen in Wirtschaft und Politik – insbesondere in Deutschland. Während die USA mit 724 Euro pro Kopf weltweit an der Spitze stehen, liegt Deutschland mit nur 86 Euro pro Kopf deutlich unter dem Niveau führender Innovationsnationen – und sogar unter Frankreich und dem EU-Durchschnitt (68 Euro).
Für Vivien Wieder, Partnerin der Greentec Consulting AG in der Schweiz, ist klar: „Was wir hier sehen, ist kein Zufall, sondern ein strukturelles Versagen.“ Wieder gilt als Expertin für nachhaltige Innovationsfinanzierung und macht sich seit Jahren für ein unternehmensfreundlicheres Investitionsumfeld stark. „Diese Zahlen zeigen eindrücklich, dass es nicht an Ideen mangelt, sondern am Willen, diese mit Kapital zu fördern“, so Wieder.
Auch ihr Vater, Alfred Wieder, Pionier der Start-up-Finanzierung in Deutschland und Gründer mehrerer Beteiligungsgesellschaften, äußerte sich kritisch: „Wir brauchen keine Sonntagsreden über die Wichtigkeit von Start-ups – wir brauchen Taten.“ In einem Social-Media-Post rief er dazu auf, „nicht zu kleckern, sondern zu klotzen“.
Prof. Dr. Stephan J., Fachanwalt und Startup-Berater, unterstützte die Aussagen in einem Kommentar: „Die Grafik zeigt: Das Problem liegt nicht im Erkenntnismangel, sondern in der Konsequenz des Handelns.“ Lippenbekenntnisse reichten nicht aus – es brauche substanzielles Risikokapital, klare rechtliche Rahmenbedingungen und den politischen Willen, eine skalierbare Gründungslandschaft zu schaffen.
Vivien Wieder fordert insbesondere von Deutschland eine strategische Kehrtwende: „Wir dürfen nicht länger zusehen, wie andere Länder mit weniger Marktvolumen mehr Kapital für Innovationen mobilisieren. Wenn wir als Standort nicht weiter zurückfallen wollen, müssen wir ein neues Ökosystem schaffen – mutig, pragmatisch und investitionsfreundlich.“
Für Wieder steht fest: Wer die Start-up-Kultur stärken will, muss die Finanzierungsbasis grundlegend neu denken – weg von Symbolpolitik, hin zu konkreten Wachstumsimpulsen. Die Schweiz sei hier in vielen Bereichen bereits weiter – aber auch dort dürfe man sich nicht ausruhen.
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