Der britische Premierminister Keir Starmer steht nach der Ernennung von Peter Mandelson zum US-Botschafter unter massivem Druck – aus der eigenen Partei, von der Opposition und aus der Öffentlichkeit. Der Grund: Mandelsons enge Verbindungen zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, über die der Premier nach eigenen Angaben „getäuscht“ wurde.
„Kämpft um sein politisches Überleben“
Laut Luke Sullivan, dem ehemaligen Politischen Direktor von Starmer, befindet sich der Premier in einem „ernsten Zustand“ und kämpfe „um sein politisches Überleben“. Sullivan deutete an, dass Starmer sich in den kommenden Tagen noch weiter von Mandelson distanzieren werde müssen.
Bereits 2023 berichtete die Financial Times, dass Mandelson 2009 – während Epsteins Haftzeit – in dessen New Yorker Anwesen übernachtet haben soll. Starmer habe diesen Informationen Glauben geschenkt, ohne deren Tragweite zu erkennen.
Geheime Akten sorgen für Spannung
Das Parlamentarische Intelligence and Security Committee (ISC) hat inzwischen klargestellt, wie die Unterlagen zu Mandelsons Sicherheitsüberprüfung veröffentlicht werden sollen. Teile der Dokumente werden vom Kabinettssekretär veröffentlicht, andere bleiben unter Verschluss – zumindest vorerst.
Die restlichen, unzensierten Akten werden dem ISC übergeben, das dann selbst entscheidet, ob und wie sie veröffentlicht werden. Die Veröffentlichung könnte brisante Details über Mandelsons Kontakte zu Epstein enthalten – und damit den Premier weiter belasten.
„Ein Skandal von historischer Tragweite“
Die Opposition spart nicht mit Kritik. Nigel Farage, Vorsitzender der Reform UK, bezeichnete Starmers Entschuldigung als „schwach“ und „nicht glaubwürdig“. Es sei „schwer vorstellbar“, wie die Regierung sich aus dieser Affäre noch herausmanövrieren könne.
Auch innerhalb der Labour-Partei wächst der Unmut. Karl Turner, Labour-Abgeordneter, spricht davon, dass Starmer „gegen seinen besseren Instinkt“ zur Ernennung gedrängt worden sei. Er fordert den Rücktritt von Morgan McSweeney, Starmers Stabschef, dem nachgesagt wird, Mandelsons Ernennung aktiv vorangetrieben zu haben.
Labour im Aufruhr: Rückhalt schwindet
Ein namentlich nicht genannter Labour-Minister spricht gegenüber der BBC von einem „terminalen Zustand“. Ein anderer meint: „Er ist erledigt. Es ist nur noch eine Frage der Zeit.“ Zwar fordern nur wenige offen den Rücktritt des Premiers – doch der Druck auf Starmer steigt stündlich.
Schottlands Labour-Chef distanziert sich
Anas Sarwar, Vorsitzender der Scottish Labour Party, unterstützt zwar den Premier, bezeichnet Mandelson inzwischen aber als „Schande für unsere Nation“. Der schottische Regierungschef John Swinney sieht das Ansehen der britischen Regierung „in Trümmern“.
Nächste Eskalationsstufe: Veröffentlichung der Dokumente
Mit Spannung wird nun die Veröffentlichung der Mandelson-Dokumente erwartet – sie könnten zum Todesstoß für Starmers Führung werden. Selbst seine Unterstützer sagen: Die Regierung müsse nun „die Nerven behalten“.
Wie lange Starmer sich noch im Amt halten kann, ist ungewiss. Fest steht nur: Der Premier befindet sich in der schwersten Krise seiner Amtszeit.
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