Der britische Premierminister Keir Starmer hat betont, dass Großbritannien sich nicht in einen größeren Krieg mit dem Iran hineinziehen lassen werde. Gleichzeitig arbeite seine Regierung gemeinsam mit internationalen Partnern an einem Plan, um den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder zu ermöglichen.
Die strategisch wichtige Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist derzeit weitgehend blockiert. Der Iran hatte den Schiffsverkehr nach den Angriffen der USA und Israels stark eingeschränkt. Etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls werden normalerweise über diese Route transportiert. Die Blockade hat daher erhebliche Auswirkungen auf die globale Energieversorgung.
Starmer erklärte, Großbritannien arbeite mit Verbündeten an einer Lösung, um die sichere Passage von Tankern zu gewährleisten. Details zu diesem Plan nannte er jedoch nicht. Beobachter gehen davon aus, dass London vorsichtig vorgeht und eine direkte militärische Beteiligung möglichst vermeiden will.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mehrere Staaten – darunter Großbritannien, China, Frankreich, Japan und Südkorea – aufgefordert, Kriegsschiffe in die Region zu schicken, um die Handelsroute zu sichern. Trump warnte, ein Ausbleiben der Unterstützung könne „sehr schlecht für die Zukunft der NATO“ sein.
Die NATO erklärte daraufhin, dass ihre Mitgliedstaaten bereits zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen im Mittelmeer ergriffen hätten. Eine konkrete NATO-Mission zur Sicherung der Straße von Hormus ist jedoch bislang nicht beschlossen.
Unterdessen verschärft sich die militärische Lage in der Region weiter. Das israelische Militär teilte mit, eine neue großangelegte Angriffswelle gegen Ziele im Iran gestartet zu haben. Gleichzeitig laufen nach israelischen Angaben „begrenzte“ Bodenoperationen gegen die Hisbollah-Miliz im Süden des Libanon.
Auch im Iran selbst wurden weitere Angriffe gemeldet. Satellitenbilder zeigen Schäden auf Kharg Island, einem zentralen Umschlagplatz für iranische Ölexporte. Die Insel gilt als einer der wichtigsten Punkte für die Einnahmen der iranischen Regierung.
Die Internationale Energieagentur (IEA) warnte derweil vor der größten Störung der Ölversorgung in der Geschichte des globalen Energiemarktes. Nach Angaben der Organisation ist derzeit mehr Öl vom Markt abgeschnitten als bei früheren Krisen, etwa während der Ölkrise von 1973.
Um die Auswirkungen abzufedern, haben Mitgliedsstaaten der IEA bereits 400 Millionen Barrel aus strategischen Ölreserven freigegeben – die größte koordinierte Freigabe dieser Art. Laut IEA-Chef Fatih Birol stehen insgesamt noch mehr als 1,4 Milliarden Barrel an Reserven bereit, falls weitere Maßnahmen nötig werden.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte jedoch, die Straße von Hormus sei aus Sicht Teherans weiterhin offen – allerdings nicht für Länder, die den Iran angegriffen hätten oder diese Angriffe unterstützten.
Während diplomatische Gespräche weiterlaufen, betonen viele internationale Politiker die Notwendigkeit einer Deeskalation, um eine weitere Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten zu verhindern.
Kommentar hinterlassen