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Staatsoperette Windsor: London schmeichelt, Trump kassiert

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Höfischer Pomp, wirtschaftliche Bücklinge und viel Kameralicht: Großbritannien hat US-Präsident Donald Trump beim Staatsbesuch so gründlich umgarnt, dass selbst die Silberkannen erröteten – und bekam dafür, was es wollte: Milliardenzusagen und ein „bahnbrechendes“ Tech-Abkommen zu KI, Quanten & Atom. Deal-Diplomatie mit Fanfaren.

Der Zelt-Deal von Chequers

In einem eigens aufgestellten Zelt auf dem Landsitz Chequers unterschrieben Trump und Premier Keir Starmer einen „sehr großen“ Vertrag, Starmer schwärmte von der „unzerbrechlichen Verbindung“. Übersetzung: London poliert, Washington verteilt Versprechen. Anwesend: ein halbes Dutzend US-Tech-Chefs – die Kulisse stimmte, die Botschaft auch.

PowerPoint-Milliarden, fein garniert

  • 150 Mrd. Pfund: US-Konzerne kündigen Investitionen in UK „über Jahre“ an.

  • Blackstone: 90 Mrd. Pfund für britische Projekte in zehn Jahren – der Pensionsfonds dankt.

  • Microsoft: 30 Mrd. Dollar in 4 Jahren, inkl. größtem britischen Supercomputer.

  • Google: 5 Mrd. Dollar für KI.

  • Nscale + OpenAI + Nvidia: britische „Stargate“-Variante der US-KI-Infrastruktur.

  • GSK revanchiert sich brav: 30 Mrd. Dollar in den USABuy American lässt grüßen.

Klingt nach Rekordsummen – das Kleingedruckte (Zeitläufe, Standortpolitik, Subventionskaskaden) folgt später. Heute zählt die Schlagzeile.

Krönchen, Kutsche, Kanonendonner

Die Royals lieferten, was der Gast liebt: Kutschfahrt im Schlossgarten, 1.300 Soldaten, 120 Pferde, Staatsbankett neben Kate. König Charles nutzte die Bühne, um die Unterstützung für die Ukraine zu betonen – höflich, deutlich, staatsmännisch. Trump: „eine der größten Ehren meines Lebens“. Die Kulisse passte zum Ego.

Epstein? Weitergehen, hier gibt’s nichts zu sehen

Projektionen mit Trump-&-Epstein-Motiv auf Windsor und Reporterfragen zur Affäre? Der Präsident winkte ab, reichte die heiße Kartoffel an Starmer, der die Abberufung des Botschafters Mandelson verteidigte. Nächster Programmpunkt.

Draußen: „Nein zu Rassismus. Nein zu Trump.“

Tausende demonstrierten in London, Scharfschützen auf den Dächern, die „Stop Trump Coalition“ am Start. Bürgermeister Sadiq Khan erinnerte daran, wer global die Flammen der Rechtspopulisten schürt. Drinnen übertönte die Militärmusik die Misstöne.

Fazit: Zuckerbrot, kaum Peitsche – aber viele Fotos

London schmeichelt und profitiert: politischer Glanz, wirtschaftliche Zusagen, ein „neues Zeitalter“ der Sonderbeziehung. Trump reist ab mit Bildern für die Basis und der Gewissheit, dass Höflichkeit in Europa weiterhin die härteste Währung ist. Ob die angekündigten Milliarden genauso unzerbrechlich sind wie die Rhetorik – das zeigt sich, wenn die Kutschenräder verstummt sind.

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