Auf der diesjährigen Spielwarenmesse in Nürnberg, die von Dienstag bis Samstag stattfand, stand ein Thema besonders im Fokus: Künstliche Intelligenz (KI). Rund 2.300 Aussteller aus 70 Ländern präsentierten neue Produkte – viele davon mit integrierter KI-Technologie. Ob Plüschroboter, Rennwagen oder Lernspielzeug – die Branche zeigt sich überzeugt, dass die smarte Technik das Spielverhalten von Kindern (und Erwachsenen) grundlegend verändern wird.
„AI Loves (to) Play“ – Intelligentes Spielzeug auf dem Vormarsch
Unter dem Leitspruch „AI Loves (to) Play“ zeigten zahlreiche Hersteller Spielzeuge, die sich an individuelle Vorlieben von Kindern anpassen, ihre Reaktionen beobachten und sich mit der Nutzung weiterentwickeln. Der Unterschied zu herkömmlichem elektronischen Spielzeug liegt laut Veranstaltern in der Lernfähigkeit dieser Produkte.
Besonders hervorgehoben wurden KI-Spielzeuge ohne Bildschirm, die sich an Eltern richten, die eine weitere Steigerung der „Screentime“ vermeiden wollen. Präsentiert wurden unter anderem:
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Plüschroboter, die Gesichter und Gesten erkennen können
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Rennfahrzeuge, die sich per KI individuell tunen lassen
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Humanoide Roboter, die Kinder selbst zusammenbauen und programmieren können
Warnungen vor Datenschutzrisiken
Trotz des technologischen Fortschritts warnen Datenschutz- und Konsumentenschützer:innen vor möglichen Risiken. Der Verein Saferinternet.at rät insbesondere bei vernetzten Spielzeugen zur Vorsicht – also solchen, die über App, Konsole oder Internet kommunizieren. Kritisch wird es, wenn sensible Daten oder Nutzungsprofile von Kindern gespeichert und weiterverarbeitet werden.
Erwachsene als neue Wachstumstreiber
Neben der Zielgruppe Kinder rücken Erwachsene verstärkt in den Fokus der Spielwarenhersteller. Laut Angaben der Messe machen sie bereits rund ein Drittel des Umsatzes auf dem Spielwarenmarkt in den USA und den fünf größten europäischen Märkten aus – Tendenz steigend.
Auf der Messe war der Erwachsenenbereich mit einer eigenen Fläche vertreten. Gezeigt wurden:
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Hochwertige Bausets aus dem Star Wars-Universum
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Anspruchsvolle 3D-Puzzles
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Retro-Artikel wie Friends-Quizspiele, South Park-Plüschfiguren oder Diddl-Motive
Nostalgie, Eskapismus und Statussymbole
Laut Messevorstand Christian Ulrich sind es vor allem wirtschaftlich und politisch angespannte Zeiten, die Erwachsene dazu bringen, sich kleine Alltagsfreuden zu gönnen. Statt in große Reisen werde lieber in Sammelfiguren oder nostalgische Spiele investiert.
Auch Florian Sieber, Geschäftsführer der Sima Dickie Group (u.a. Big und Märklin), sieht einen klaren Trend: Jugendliche und Erwachsene suchten gezielt nach Ablenkung – Eskapismus sei ein starker Antrieb. Zudem entwickelten sich hochwertige Sammel- und Lizenzprodukte zunehmend zu Statussymbolen.
Kreative Auszeiten als neuer Megatrend
Neben Hightech und Nostalgie wurde auf der Messe auch das Thema kreative Beschäftigung hervorgehoben – als Ausgleich für Jung und Alt. Die vorgestellten DIY-Sets reichten von Mal- und Bastelprojekten über Heimwerken bis hin zu beliebten Social-Media-Trends wie Töpfern oder Teppichknüpfen.
Für Kinder sollen solche Aktivitäten die Feinmotorik fördern, für Erwachsene bieten sie eine entspannte, digitale Pause – ganz im Sinne des „Analog-Trends“, der sich parallel zum KI-Boom entwickelt.
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