Großartige Nachrichten für die amerikanische Luftfahrt: Elon Musk und sein Raketenunternehmen SpaceX werden die FAA, die US-Luftfahrtbehörde, überprüfen und modernisieren! Wer braucht schon unabhängige Aufsichtsbehörden, wenn ein milliardenschwerer Tech-Guru alles besser weiß?
US-Verkehrsminister Sean Duffy kündigte stolz an, dass ein SpaceX-Team bereits die FAA-Kommandozentrale besucht habe. Die Begründung? Die FAA sei „nicht zukunftsfähig“. Und wer wäre besser geeignet, um den Luftraum zu regulieren als ein Unternehmen, das sich selbst nicht einmal an die bestehenden Vorschriften hält?
Weniger Kontrolle, mehr Raketenstarts – was soll da schon schiefgehen?
Kleine Randnotiz: Die FAA ist eigentlich die Behörde, die SpaceX regulieren soll. Das Unternehmen wurde bereits mehrfach wegen Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften gerügt und mit Strafen belegt. Aber warum sollte sich Musk von Regulierung aufhalten lassen, wenn er die Aufsicht einfach selbst übernehmen kann?
Dass SpaceX Milliardenverträge mit der US-Regierung hat, ist sicher nur ein netter Zufall und hat gar nichts mit Interessenkonflikten zu tun. Die Trump-Regierung will schließlich nur das Beste für die Flugsicherheit – indem sie die unabhängige Luftfahrtbehörde von einem privaten Unternehmen überprüfen lässt, das direkt von ihren Entscheidungen profitiert. Clever!
Fluglotsenmangel? Kein Problem, Musk hat ja KI!
Nebenbei wurden auch rund 400 FAA-Mitarbeiter entlassen, darunter Leute, die sich mit der Wartung von Radarsystemen und Navigationshilfen auskennen. Aber keine Sorge, denn laut Verkehrsminister Duffy betraf das natürlich niemanden aus dem kritischen Sicherheitsbereich – außer eben die Wartungsmechaniker, Luftfahrtsicherheitsspezialisten und Assistenten, die genau dafür zuständig waren.
Aber was soll’s? Die FAA hat ohnehin schon 3.500 fehlende Fluglotsen, was könnte da eine kleine weitere Reduzierung des Personals schon anrichten? Wenn die Maschinen über den USA demnächst autonom fliegen, wird Elon sicher ein paar seiner KI-gestützten „Tesla-Piloten“ bereitstellen. Sicher genauso zuverlässig wie ein Autopilot, der rote Ampeln ignoriert.
Musk als Berater ohne Einfluss – außer, wenn er welchen hat
Natürlich betont das Weiße Haus, dass Elon Musk keinerlei Entscheidungsgewalt hat und nur ein „besonderer Regierungsbeschäftigter“ sei. Dass er gleichzeitig maßgeblich an der Neugestaltung der FAA beteiligt ist, dürfte reiner Zufall sein.
Die Tatsache, dass er eigentlich nur maximal 130 Tage pro Jahr für die Regierung arbeiten darf, könnte sich sicher mit ein paar kreativen Buchhaltungstricks lösen lassen. Vielleicht gibt es ja bald einen neuen Feiertag namens „Musk-Day“, an dem Regierungsarbeit einfach nicht zählt?
Fazit: Willkommen in der besten aller möglichen Welten
Letztlich dürfen sich alle Amerikaner freuen: Eine behördliche Aufsicht durch eine private Firma, die sie eigentlich regulieren sollte, wird bestimmt für neue Höhen in der Luftsicherheit sorgen – oder zumindest für ein paar spektakuläre Explosionen. Und wenn demnächst ein SpaceX-Raumschiff mit kommerziellen Linienflügen konkurriert, wer glaubt da schon an Vetternwirtschaft?
Bleibt nur noch die Frage: Wann übernimmt Tesla die Verkehrssicherheit und The Boring Company das Innenministerium? Vielleicht kann Musk dann auch gleich den US-Kongress in eine Mars-Kolonie umwandeln. Ist sicher effizienter als diese Demokratie-Sache.
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