Mit dem Start einer SpaceX-Kapsel hat die NASA eine neue vierköpfige Crew zur Internationalen Raumstation geschickt. Die Mission „Crew-12“ hob am Freitagmorgen vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab. Das Andocken an die International Space Station (ISS) wird für Samstagnachmittag erwartet.
Nach einem Monat mit Minimalbesatzung soll die Raumstation damit wieder regulär betrieben werden können.
ISS zuletzt nur mit drei Personen besetzt
Seit Mitte Januar arbeiteten lediglich drei Raumfahrer an Bord – deutlich weniger als die üblichen sieben. Grund war die vorzeitige Rückkehr der vorherigen Mission „Crew-11“ wegen eines medizinischen Problems eines Crewmitglieds.
NASA hatte deshalb versucht, den Start von Crew-12 vorzuziehen. Zwei geplante Startfenster mussten jedoch wetterbedingt verschoben werden. Laut dem Commercial-Crew-Programmmanager Steve Stich spielte neben der Technik vor allem die Vorbereitung der Astronautinnen und Astronauten eine entscheidende Rolle für den endgültigen Termin.
Nach der Notlandung der Crew-11 vor der Küste Kaliforniens wurden die vier Raumfahrer medizinisch untersucht. Details zu dem Zwischenfall wurden nicht veröffentlicht.
Internationale Besatzung an Bord
Zur Crew-12 gehören die NASA-Astronauten Jessica Meir und Jack Hathaway, die ESA-Astronautin Sophie Adenot sowie der russische Kosmonaut Andrey Fedyaev. Eine direkte Übergabe im All – bei der sich ankommende und abreisende Crews überschneiden – war diesmal nicht möglich. Stattdessen erfolgte die Einweisung teilweise am Boden.
Normalerweise erhöht eine solche Übergangsphase die Besatzung kurzfristig auf bis zu elf Personen. Mit nur drei Crewmitgliedern war der wissenschaftliche Betrieb zuletzt eingeschränkt. Der Betrieb der ISS kostet die USA rund drei Milliarden Dollar jährlich – entsprechend wichtig ist eine volle Auslastung.
Forschung und Blick in die Zukunft
Während ihres rund achtmonatigen Aufenthalts sollen die Crew-12-Mitglieder zahlreiche Experimente durchführen. Geplant sind unter anderem medizinische Untersuchungen zur Veränderung des Blutkreislaufs in der Schwerelosigkeit, pharmazeutische Studien zu Lungenentzündungs-Erregern sowie eine simulierte Mondlandung zur Erforschung der Auswirkungen plötzlicher Schwerkraftwechsel auf Körper und Kognition.
NASA-Chef Jared Isaacman betonte, die Maximierung der wissenschaftlichen Erträge sei entscheidend – auch mit Blick auf künftige kommerzielle Raumstationen, die die alternde ISS eines Tages ersetzen sollen. Langfristig will sich die US-Raumfahrtbehörde stärker auf Missionen in den Mond- und Marsraum konzentrieren.
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