Champagner-Schock in der Grande Nation: Bei der diesjährigen International Wine Challenge wurde erstmals ein englischer Schaumwein zum besten der Welt gekürt. Der „Blanc de Blancs 2016 Magnum“ vom Weingut Nyetimber in West Sussex ließ die Konkurrenz aus der Champagne glatt hinter sich – mon dieu!
Nicht nur beim prickelnden Traubensaft wackelt Frankreichs kulinarischer Thron. In den letzten Jahren haben internationale Köche immer häufiger französische Spitzenwettbewerbe gewonnen: Der Pâté-Croûte-Weltmeister 2024 kommt aus Japan, der beste Fromager 2025 aus den USA – und bei der Grand Prix de la Baguette triumphieren längst nicht mehr nur Franzosen.
Die kulinarische Elite Frankreichs reagiert erstaunlich gelassen. „Es zeigt, dass unsere Küche weltweit inspiriert“, sagt Gastronomin Roxane Sévègnes. Auch wenn manche französische Köche über die Begeisterung für alte Klassiker wie gefüllten Kohl schmunzeln – bei Wettbewerben wie dem Championnat du Monde de l’Oeuf-Mayonnaise geht’s plötzlich um Ruhm, Ehre und Michelin-Sterne.
Klar ist: Wer gewinnt, wird nicht nur gefeiert, sondern hat oft einen Karriereschub. Wie Karen Torosyan, der nach seinem Pâté-Croûte-Sieg 2015 zur Michelin-Größe wurde. Oder Winzerin Cherie Spriggs, die mit ihrem englischen Sekt nun international Furore macht.
Frankreich bleibt also kulinarischer Nabel der Welt – aber der Ruhm trägt inzwischen gerne mal britisches Etikett. Santé, England!
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