Von Redaktion Finanzen & Fakten/
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Die Sonne scheint – zumindest in Göhl an der Ostsee. Dort steht nämlich der neueste Stern am Himmel der Exporo-Investments: ein frisch in Betrieb genommener Solarpark mit beeindruckenden 34.604 Solarmodulen, 60 Wechselrichtern und jeder Menge verheißungsvoller Zahlen. 7 % Verzinsung jährlich verspricht das Angebot, mit einer Laufzeit von 8 bis 22 Monaten. Klingt gut? Vielleicht. Doch bevor Anleger die Sonnencreme auspacken, lohnt ein zweiter Blick – vor allem auf die Finanzen der Projektpartner.
Hauptakteur auf der Bühne: die Quarterback Immobilien AG, die gemeinsam mit der Tilia GmbH den PV-Park vorantreibt. Die Leipziger Quartier-Zauberer sind allerdings derzeit vor allem für eines bekannt: Insolvenzverfahren, Liquiditätsprobleme und sehr durchwachsene Bilanzen. Insider sprechen von mehr Schein als Sein hinter der glitzernden Glasfassade der Nachhaltigkeitsversprechen.
Doch zurück zur Sonne: In der Werbemail an interessierte Anlegerinnen – wie Frau Grünert – jubelt Exporo über „stabile Erträge“ und eine CO₂-Ersparnis von rund 18.117 Tonnen jährlich. Auch die Produktion von mehr als 26.000 Megawattstunden klingt imposant – wobei es sich de facto um den theoretischen Output unter Idealbedingungen handelt. Ein Schelm, wer hier auf tatsächliche Einspeisemengen pocht.
Ein entscheidender Punkt: Die Rückzahlung des Investments soll entweder durch eine Anschlussfinanzierung oder den Verkauf der Anlage erfolgen. Angesichts der wirtschaftlichen Lage der Projektentwickler eine optimistische Formulierung. Sollte keiner der beiden Wege funktionieren, bleibt der Trost des Risikohinweises: Totalverlust möglich. Aber immerhin: Der Zinsanspruch erhöht sich im Falle des Zahlungsverzugs um 4 % – sofern noch jemand da ist, der zahlt.
Ein Investment für grüne Überzeugte mit stabilem Nervenkostüm also. Oder für Fans gut formulierter Werbebroschüren mit viel Sonne, wenig Schatten und einem kleinen, aber feinen Risikohinweis ganz unten im Kleingedruckten.
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