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Skandal in kalifornischem Jugendgefängnis: 30 Beamte wegen „Gladiatorenkämpfen“ angeklagt

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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In einem schockierenden Missbrauchsskandal in Kalifornien sind 30 Justizvollzugsbeamte angeklagt worden, weil sie angeblich Kämpfe zwischen jugendlichen Insassen eines Jugendgefängnisses zugelassen oder sogar gefördert haben. Die „Gladiatorenkämpfe“, wie sie von den Ermittlern genannt werden, fanden zwischen Juli und Dezember 2023 im Los Padrinos Juvenile Hall in Downey, Kalifornien, statt.

Massives Ausmaß des Missbrauchs

Laut Generalstaatsanwalt Rob Bonta wurde gegen die Beamten unter anderem wegen Kindeswohlgefährdung, Körperverletzung und Verschwörung Anklage erhoben. Eine untersuchung deckte 69 solcher Kämpfe auf, an denen insgesamt 143 minderjährige Opfer beteiligt waren – Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren.

Die Vorfälle wurden erst nach der Veröffentlichung eines geleakten Videos bekannt, das einen dieser Kämpfe zeigt. Auf den Aufnahmen, die die Los Angeles Times im April veröffentlichte, ist zu sehen, wie ein Jugendlicher von mehreren anderen brutal geschlagen und getreten wird, während die Beamten tatenlos zuschauten. Einige lachten sogar oder schüttelten den Angreifern die Hände, anstatt einzuschreiten.

Erste Anklagen und juristische Folgen

  • 22 der 30 Beamten mussten sich bereits vor Gericht verantworten, die restlichen acht sollen im April angeklagt werden.
  • Die LA County Probation Department, die für den Jugendknast verantwortlich ist, erklärte, sie unterstütze die Ermittlungen voll und ganz und habe die betroffenen Beamten ohne Bezahlung suspendiert.
  • Mindestens zwei betroffene Jugendliche haben bereits einen Anwalt engagiert und planen, das County auf Schadenersatz zu verklagen.

Einer der Opferanwälte, Jamal Tooson, erklärte, dass einer seiner Mandanten drei Mal an einem einzigen Tag angegriffen wurde. Er verlor dabei das Bewusstsein und erlitt eine schwere Hirnverletzung.

Ermittlungen gehen weiter – Systemisches Versagen?

Generalstaatsanwalt Bonta kritisierte die Justizvollzugsbeamten scharf:
🔹 „Die Beamten verhielten sich eher wie Schiedsrichter oder Zuschauer eines Boxkampfs – nicht wie Erwachsene, die für die Sicherheit von Jugendlichen verantwortlich sind.“
🔹 Keiner der Beamten habe eingegriffen oder versucht, die Misshandlungen zu stoppen.

Die Vorfälle werfen nicht nur Fragen zum Verhalten der einzelnen Beamten auf, sondern auch zur Struktur und Kontrolle innerhalb des Jugendstrafvollzugs. Die Frage bleibt, wie ein solches Systemversagen über Monate hinweg unentdeckt bleiben konnte.

Fazit: Ein alarmierender Fall von Behördenversagen

Der Skandal um das Los Padrinos Juvenile Hall zeigt auf erschreckende Weise, wie Jugendliche in Haftanstalten misshandelt werden können, wenn Kontrolle und Aufsicht versagen. Die Anklagen gegen die 30 Beamten sind ein wichtiger Schritt, um Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie das Justizsystem solche Fälle künftig verhindern kann.

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