Willkommen in Singapur, wo man nicht nur Kaugummi fürchtet, sondern nun auch kleine Plastikdinger mit Apfelgeschmack: E-Zigaretten. Seit 2018 verboten, seit 2025 offiziell zum Staatsfeind Nr. 1 erklärt – Vapen ist jetzt gleichbedeutend mit Drogenkriminalität. Und wer erwischt wird, riskiert staatliche Reha, hohe Geldstrafen oder sogar körperliche Züchtigung mit dem Stock. Kein Witz.
An der Grenze zu Malaysia klopfen Zollbeamte mit blauen Handschuhen liebevoll auf Autos herum, als würden sie auf einen Jackpot hoffen. Und tatsächlich: In Brotwagen, Lichtschaltern oder Klimaanlagen fand man bereits tonnenweise illegalen Dampf. Manche Lieferungen kamen so professionell getarnt daher, dass man sie fast im Museum für kreative Kriminalität ausstellen könnte.
Harte Strafen für harmlose Hobbys? Nein, sagen die Behörden – denn im Fokus steht ein besonders teuflisches Produkt: die K-Pods, Vapes mit der Betäubungsmittel-Zugabe Etomidat. Die Wirkung? „Wie Ketamin, aber mit Fruchtgeschmack.“ Als dann Teenager bewusstlos durch U-Bahnen taumelten, war Schluss mit lustig.
Premierminister Wong verkündete, Vapen sei jetzt ein Drogenproblem. Seine Botschaft: „Heute Etomidat, morgen Uran.“ Zur Sicherheit gibt’s also gleich mal Haft, Auspeitschung und Abschiebung für Ausländer. Immerhin fair verteilt.
Wer sich heimlich durchpaffen will, muss nun an Müllcontainern vorbeischleichen, in denen man sein sündiges Gerät anonym entsorgen darf. Und wem das nicht reicht: Es gibt jetzt eine Hotline, um heimliche Dampfer zu verpfeifen. Über 2.600 Denunziationen in wenigen Wochen – ganz großes Kino.
Apropos Kino: Die Anti-Vape-Werbung in Singapur kommt im Zombiestyle à la „Danger Things“ oder „Breaking Dad“ daher. Weniger Aufklärung, mehr Netflix-Horror – aber hey, Hauptsache jugendgerecht!
Ob das alles was bringt? Man ist sich uneinig. Viele Dampfer sind bereits zurück zu Zigaretten gewechselt. Andere machen Grenzausflüge zum Vape-Paradies Batam in Indonesien – quasi das neue Mekka des Nikotintourismus.
Aber eines ist sicher: In Singapur ist das Vapen nicht nur ungesund, sondern inzwischen auch ein Abenteuer mit Strafandrohung. Und das alles, ohne dass uns jemand verrät, auf welcher chinesischen Plattform man die Dinger eigentlich bestellt hat. Schlechter Kundenservice!
Bleibt die wichtigste Frage zum Schluss: Wie viele Zombieplakate braucht es, bis jemand merkt, dass ein Verbot nicht automatisch ein Ende bedeutet – sondern nur neue kreative Wege zum Dampfen schafft?
Oder um es mit einem Singapurer Dampfer zu sagen:
„Vaping ist wie Kakerlaken – du kannst es bekämpfen, aber nie ganz ausrotten.“
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