Während bei Signa die Insolvenzlawine schon längst alles unter sich begraben hat – von Luxusimmobilien über Glamour-Versprechen bis hin zu Benkos Glanz – rollt nun das nächste Drama an: ein internationales Schiedsgerichtsurteil, das selbst hartgesottene Gläubigerschützer zittern lässt.
Der Staatsfonds Mubadala aus Abu Dhabi, offenbar nicht mehr so ganz überzeugt von der einst so schicken Signa-Investition, fordert 900 Millionen Euro zurück. Von wem? Ach, von eigentlich allen, die je „Signa“ buchstabieren konnten: Signa Holding, Signa Prime, Signa Development, diversen Privatstiftungen – und natürlich René Benko persönlich, der bei dieser Affäre mehr Hüte aufhat als ein Modezar beim Karneval.
Was genau entschieden wird, weiß noch keiner. Aber eines ist sicher: Selbst wenn Mubadala nur die Rechnung fürs Mittagessen bekommt, könnten die Verfahrenskosten so hoch ausfallen, dass das österreichische Insolvenzrecht eine neue Kategorie einführen muss: Konkurs im Konkurs. Die doppelte Insolvenz – powered by internationale Anwaltskanzleien und verzweifelte Gläubiger.
Ein Eilverfahren wollte Mubadala auch – das wurde abgelehnt. Offenbar hat man in der Justiz gerade keinen Stress. Das Urteil selbst ist laut „Presse“ zwar fertig, liegt aber irgendwo zwischen Dubai und Wien in einer Aktentasche und wartet auf seine dramatische Enthüllung.
Die Spannung bei Insolvenzverwaltern und Gläubigerschützern? Riesig. Man spricht hinter vorgehaltener Hand schon vom „Schicksalsschlag mit Anwaltsbriefkopf“. KSV1870-Jurist Karl-Heinz Götze meint trocken: „Das könnte die Verfahren beträchtlich beeinflussen.“ Übersetzt: Wenn’s schlecht läuft, war’s das mit der Hoffnung, wenigstens den Kugelschreiber aus der Signa-Zentrale zu pfänden.
Bleibt nur noch die Frage: Kommt der Schiedsspruch per Bote, Esel oder Rauchzeichen? Und vor allem – bleibt nach dem ganzen Drama eigentlich noch irgendwer außer den Anwälten übrig, der an diesem Chaos verdient?
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