Der Insolvenzverwalter der früheren Signa Holding hat erstmals konkrete Zahlen zu den Verlusten des Immobilienkonglomerats im Jahr vor der Insolvenz vorgelegt. Demnach belief sich der operative Fehlbetrag 2022 auf rund 650 Millionen Euro, wie Insolvenzverwalter Christof Stapf in seinem fünften Gläubigerbericht mitteilte.
Ein Gutachten von Deloitte kommt zu dem Ergebnis, dass die materielle Insolvenz bereits spätestens im November 2022 eingetreten sei – die offizielle Anmeldung erfolgte jedoch erst ein Jahr später, Ende November 2023. Ob sich daraus weitere Haftungs- oder Anfechtungsansprüche ergeben, wird derzeit noch geprüft.
Prozess gegen René Benko startet im Oktober
Der Gründer der Signa-Gruppe, der Tiroler Investor René Benko, sitzt seit Januar 2025 in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Vermögenswerte verschoben und damit die Ansprüche der Gläubiger geschmälert zu haben. Benko weist die Vorwürfe zurück. Der erste Prozess gegen ihn soll Mitte Oktober in Innsbruck beginnen.
Forderungen in Milliardenhöhe
Stapf machte vor Gericht Anfechtungsansprüche in Höhe von mehr als 315 Millionen Euro geltend. Insgesamt belaufen sich die Forderungen der Gläubiger gegen die Signa Holding auf rund 8,35 Milliarden Euro. Davon wurden etwa 2,76 Milliarden Euro anerkannt, während rund 5,59 Milliarden Euro bestritten sind. Gegenüber anderen insolventen Signa-Gesellschaften wurden Forderungen in Höhe von 423 Millionen Euro bestätigt.
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