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Bru-nO (CC0), Pixabay
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Der Siemens-Konzern äußert sich kritisch zur Idee einer Vier-Tage-Woche. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ erklärt Personalvorständin Wiese die Position des Unternehmens. Sie führt die schnell alternde Bevölkerung und den zunehmenden Fachkräftemangel in Deutschland als Hauptgründe dafür an, dass eine Reduzierung der Arbeitszeit aus volkswirtschaftlicher Sicht problematisch sei. Deutschland könne es sich nicht leisten, in Zeiten eines schrumpfenden Arbeitskräfteangebots die Arbeitszeiten weiter zu verkürzen.

Wiese stellt dabei auch einen internationalen Vergleich an: Deutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten pro Jahr rund 500 Stunden weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen in den USA. Dies verdeutlicht ihrer Meinung nach, dass eine weitere Reduzierung der Arbeitszeit die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft schwächen könnte.

Siemens, mit etwa 320.000 Mitarbeitenden einer der größten privaten Arbeitgeber in Deutschland, sieht sich durch die demografischen Veränderungen und den daraus resultierenden Herausforderungen in einer schwierigen Lage. Wiese betont, dass der Industriegigant bereits jetzt innovative Arbeitsmodelle implementiere, die sowohl den Bedürfnissen der Belegschaft als auch den Anforderungen des Marktes gerecht werden. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten und Homeoffice-Optionen, die helfen sollen, Mitarbeiter zu binden und neue Talente zu gewinnen.

In diesem Zusammenhang weist sie auch auf die Bedeutung von Weiterbildung und Umschulung hin, um den Mitarbeitenden den Umgang mit neuen Technologien zu erleichtern und sie auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten. Dies sei essenziell, um die Produktivität zu steigern und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Darüber hinaus diskutiert Wiese die Rolle von Zuwanderung als mögliche Lösung für den Arbeitskräftemangel. Sie argumentiert, dass Deutschland eine gezielte Einwanderungspolitik benötige, um hochqualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland anzuziehen. Dies könne helfen, die Lücke, die durch die alternde Bevölkerung entsteht, zu schließen und gleichzeitig die Innovationskraft zu stärken.

Abschließend macht Wiese deutlich, dass eine Diskussion über Arbeitszeitverkürzung nicht isoliert geführt werden sollte, sondern im Kontext einer umfassenden Strategie zur Förderung der Arbeitsmarktintegration und zur Steigerung der Produktivität. Sie plädiert für eine sachliche Debatte über die zukünftige Ausrichtung der Arbeitswelt in Deutschland, die alle Aspekte des demografischen Wandels und der globalen Wirtschaftsbedingungen berücksichtigt.

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