Es war einmal eine leitende Google-Mitarbeiterin, die dachte, bei einem der größten Tech-Konzerne der Welt zähle Integrität. Falsch gedacht.
Victoria W., Topmanagerin bei Google UK, meldete einen Kollegen, der bei Geschäftsessen gerne mal von seinen Strand-Sexabenteuern mit seiner Frau und „zwei Damen vom Sand“ schwärmte. Dazu gab’s für ausgewählte Kundinnen – Achtung Triggerwarnung – exklusive Smartphone-Einblicke in die intimsten Regionen seiner Ehefrau. Geschäftlich war das alles offenbar total… authentisch?
Doch statt Applaus fürs Melden? Kam der Karriereknick.
Denn wie die BBC berichtet, wurde Victoria W. nach ihrer Beschwerde zur Zielscheibe in einem fein orchestrierten Spiel namens „Operation berufliche Entsorgung“. Sie durfte sich erst mit einem Problemkunden begnügen, dann in die zweite Reihe zurückziehen – direkt unter die Leitung jenes Managers, den sie selbst belastet hatte. Und dann, Überraschung: Ab in die betriebliche Schrumpfung.
Google sagt natürlich: Alles ganz normal. Man habe lediglich „Positionen angepasst“ und sie sei „etwas paranoid“ gewesen. Also die gute alte Taktik: Wenn Frauen über Sexismus sprechen, muss es wohl an ihrer Wahrnehmung liegen.
Besonders charmant: Google hat laut Aussage der Klägerin noch bis 2022 ein „Chairman’s Lunch“ für Männer finanziert. Der „Boys’ Club“ ist also nicht nur eine Redewendung, sondern offenbar auch ein Catering-Posten.
Und ganz zum Schluss? Ein internes Memo einer Google-Führungskraft, das laut Gerichtsdokumenten von „einer Chance, Leute loszuwerden“ spricht. Inklusive Namen.
Aber keine Sorge, sagt Google – das war nur ein „breit angelegter Restrukturierungsprozess“. Dass es dabei zufällig auch die unbequeme Whistleblowerin getroffen hat? Tja, reiner Zufall. Künstliche Intelligenz hätte das eleganter gelöst.
Fazit: Bei Google wird Diversität großgeschrieben. Solange keiner den „Club der Eingeweihten“ stört. Und falls doch – gibt’s eben ein Reorganisationsprojekt mit eingebautem Exit-Feature.
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