Dieses Finale hatte alles: Dramatik, Diskussionen, verschwundene Fußballer, Elfmeter im Ego-Stil und ein Happy End mit Gänsehaut – zumindest für Senegal. Die Westafrikaner krönten sich in einem Spiel, das mehr Telenovela als Turnierfinale war, zum zweiten Mal zum Afrikameister.
Mit 1:0 nach Verlängerung schlug das Team um den notorisch nervenstarken Sadio Mané Gastgeber Marokko – und das, obwohl sie zwischendurch mal kurz… weg waren. Ja, richtig gelesen: In der Nachspielzeit hatten die Senegalesen das Spielfeld verlassen. Keine schlechte Taktik, wenn man dem VAR lieber nicht beim Denken zusehen will.
20 Minuten VAR, 20.000 Diskussionen und ein Elfmeter wie aus dem Kinderparadies
Die Hauptrolle im Drama übernahm Brahim Diaz, der sich als tragischer Held Hollywood-reif in Szene setzte. Nach einem minimalen Körperkontakt im Strafraum – ein laues Halten, das maximal einen Apfel vom Supermarktband hätte stibitzen können – forderte Diaz lautstark Elfmeter. Der Schiedsrichter zückte die VAR-Fernbedienung, schaute sich die Szene fünfmal, zehnmal, zwanzigmal an – und zeigte schließlich tatsächlich auf den Punkt. Skandal? Auf jeden Fall spannender als jede „Tatort“-Folge.
Senegal tobte. Wortwörtlich. Trainer Pape Thiaw sagte sinngemäß: „Kommt, wir gehen heim“ – und ging. Mit der ganzen Mannschaft. Kurzzeitig sah es aus, als würde das Finale im Kabinengang enden. Doch dann kam Mané, der Friedensstifter mit Siegeswille, und führte seine Leute zurück auf den Rasen. Sehr Moses-mäßig, nur ohne Stab.
Dann der Elfmeter: Diaz, mutig wie ein Kind am Fünfmeterturm, probierte einen Panenka. Der sah mehr nach „Ich heb den Ball mal ein bisschen an“ aus – und Torwart Edouard Mendy sagte „Danke für die Einladung“ und pflückte den Ball wie ein überreifes Pfirsich vom Baum.
Gueyes goldenes Füßchen rettet das Finale
Die Verlängerung war das, was der Fußballgott nach so einem Chaos wohl als „gerechte Entscheidung“ verkaufen würde: Senegal schoss das Tor, Marokko guckte verdutzt. Pape Gueye traf wunderschön – ein Strahl in den Winkel, fast so präzise wie ein Schweizer Uhrwerk mit Zielwasser.
Was folgte, war kollektives Verteidigen mit Herz, Lunge und allem, was nicht festgeschraubt war. Marokkos Keeper Bono verhinderte noch das 0:2 – aber das Happy End war nicht mehr aufzuhalten.
Fazit: Ein Finale, das kein Drehbuchautor besser hätte schreiben können
Senegal holt den Titel, Marokko bleibt geschockt zurück, und ganz Afrika hat ein Endspiel gesehen, das vermutlich schon als Miniserie auf Netflix geplant wird: „VAR – Verrücktheit am Rasen“.
Mané bleibt Afrikas Dauerbrenner, Diaz hat nun vermutlich Panenka-Verbot auf Lebenszeit, und der Schiedsrichter? Der braucht wahrscheinlich erstmal Urlaub. Am besten irgendwo ohne Wi-Fi.
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