Zum vierten Jahrestag der russischen Großinvasion hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi US-Präsident Donald Trump erneut zu einem Besuch in Kyjiw aufgefordert. Eine Reise könne deutlich machen, „wer hier der Aggressor ist“, sagte er mit Blick auf Kremlchef Wladimir Putin.
In einer Videobotschaft erklärte Selenskyj, Putin habe seine Kriegsziele nicht erreicht und das ukrainische Volk nicht gebrochen. „Er hat diesen Krieg nicht gewonnen. Wir haben die Ukraine bewahrt“, sagte er. Zugleich betonte er, sein Land werde in möglichen Verhandlungen mit Russland weder seine Opfer noch seine Würde verraten: Man strebe „einen starken, gerechten und dauerhaften Frieden“ an.
Mehrere europäische Spitzenpolitiker unterstützten diese Haltung bei einem Treffen in Kyjiw, darunter EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Auch aus Berlin und Paris kamen skeptische Töne hinsichtlich eines baldigen Kriegsendes.
Putin warf der Ukraine hingegen vor, mit westlicher Hilfe den Friedensprozess zu sabotieren. Kremlsprecher Dmitry Peskov erklärte, die militärischen Ziele seien noch nicht vollständig erreicht, weshalb die „militärische Spezialoperation“ fortgesetzt werde.
Selenskyjs 18-minütige Ansprache zeigte erstmals Aufnahmen aus dem Bunker in der Kyjiwer Bankowa-Straße, wo er sich zu Beginn des Angriffs 2022 aufhielt. Er erinnerte an sein berühmtes Telefonat mit dem damaligen US-Präsidenten Joe Biden, dem er auf das Angebot zur Evakuierung geantwortet habe: „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit.“
Am zentralen Maidan-Platz gedachte Selenskyj der Gefallenen. Viele Ukrainerinnen und Ukrainer legten Blumen nieder und berichteten von persönlichen Verlusten und Flucht. Trotz schwerer Angriffe auf zivile Infrastruktur und eines harten Winters zeigte sich Selenskyj entschlossen: Russland müsse unter Druck gesetzt werden, damit ein echter Frieden möglich werde.
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