Die Lage für Selbstständige in Deutschland spitzt sich weiter zu. Laut einer aktuellen Umfrage des Münchner Ifo-Instituts befürchtet fast jeder fünfte Selbstständige – konkret 19 Prozent – die Aufgabe seines Geschäfts. Damit zeigt sich ein deutlicher Anstieg der wirtschaftlichen Sorgen, die vor allem durch fehlende Aufträge, steigende Kosten und eine anhaltend schwache Nachfrage verstärkt werden.
Besonders alarmierend ist der Blick auf die Auftragslage: Nahezu jeder zweite Selbstständige (46,6 Prozent) klagt über einen Mangel an Aufträgen – ein Anstieg gegenüber 43,6 Prozent im Juli. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich die wirtschaftliche Flaute in vielen Branchen weiter verfestigt. Vor allem Dienstleister, kleine Handwerksbetriebe und Einzelunternehmer spüren den Rückgang besonders deutlich.
„Der wirtschaftliche Druck auf Selbstständige ist weiterhin hoch“, betont Ifo-Expertin Katrin Demmelhuber. Unternehmen hielten sich aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage mit neuen Projekten zurück, was zu einer Kettenreaktion führt: Wenn Firmen weniger investieren, fehlen den Selbstständigen die Aufträge – und die private Kaufzurückhaltung der Verbraucher verschärft die Situation zusätzlich.
Hintergrund dieser Entwicklung sind laut Wirtschaftsexperten mehrere Faktoren: Die anhaltend hohe Inflation drückt auf die Kaufkraft, viele Haushalte schränken ihre Ausgaben ein. Gleichzeitig sorgen steigende Zinsen und Energiekosten dafür, dass Unternehmen bei Investitionen vorsichtiger werden. Auch politische Unsicherheiten, etwa im Zusammenhang mit der Haushaltsplanung oder internationalen Krisen, tragen zur allgemeinen Zurückhaltung bei.
Für viele Selbstständige bedeutet das eine Gratwanderung zwischen Liquiditätsproblemen und Existenzangst. Wer keine finanziellen Rücklagen hat oder stark von einzelnen Auftraggebern abhängt, gerät schnell in Schwierigkeiten. Gleichzeitig erschweren die restriktiveren Kreditbedingungen den Zugang zu frischem Kapital.
Trotz der schwierigen Lage zeigen sich jedoch auch einige Lichtblicke: Viele Selbstständige reagieren mit Anpassungen – etwa durch Spezialisierung, Digitalisierung oder die Erschließung neuer Kundengruppen. Diese Strategien könnten langfristig helfen, die eigene Widerstandsfähigkeit gegenüber wirtschaftlichen Schwankungen zu erhöhen.
Insgesamt offenbart die Umfrage ein deutliches Stimmungsbild: Die Selbstständigen in Deutschland stehen unter Druck wie seit Jahren nicht mehr. Ohne eine spürbare wirtschaftliche Erholung oder gezielte Unterstützungsmaßnahmen droht ein Teil dieser Betriebe, die für Innovation und Vielfalt in der deutschen Wirtschaft stehen, dauerhaft verloren zu gehen.
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