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Selbst der Papst versteht was vom Geld

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Ausgerechnet zu Jahresende leitet Papst Benedikt XVI. eine große Finanzreform im Vatikan in die Wege. Josef Ratzinger veröffentlicht heute einen Erlass „Motu Proprio“, der die Gründung einer vatikanischen Zentralbank vorsieht.
Dabei handelt es sich um eine Kontrollbehörde, die über die Operationen der Vatikanbank IOR und der anderen Finanzinstitutionen des Heiligen Stuhls wachen soll.
Mit diesem Schritt will sich der kleinste Staat der Welt internationalen Standards anpassen und in die „Weiße Liste“ der OECD-Länder aufgenommen werden, die die ­Regeln zur Bekämpfung der Geldwäsche erfüllen.

Zudem sollen im kommenden Jahr Euromünzen mit dem Konterfei des Papstes verstärkt in den regulären Geldverkehr kommen. Bislang erschienen die vatikanischen Euro-Prägungen nur als abgepackte Komplettsätze, für die sich Sammler im Kirchenstaat die Beine in den Bauch standen. Jetzt soll der Papst auch verstärkt den Weg in die Geldbörsen der Menschen finden.

Verantwortlich dafür ist ein Abkommen mit der EU. Dieses verpflichtet den Vatikan dazu, künftig 51 Prozent seiner Euromünzen zum Nennwert in den regulären Geldumlauf zu bringen. Im Gegen­zug wurde der Gesamtwert der Euromünzen, die der päpstliche Kleinstaat herausgeben darf, von knapp 1,1 Millionen auf rund 2,3 Millionen € erhöht.
Die Finanzreform soll für mehr Transparenz in den vatikanischen Finanzen sorgen, nachdem der Heilige Stuhl wegen Geldwäscheverdacht ins Visier der römischen Staatsanwaltschaft geraten ist. Seit September sind 23 Millionen € auf einem Konto der Vatikanbank IOR beschlagnahmt.

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