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Schweden will Strafmündigkeitsalter senken – Regierung reagiert auf Zunahme von Jugendkriminalität

Unif (CC0), Pixabay
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Die schwedische Regierung plant eine deutliche Verschärfung des Strafrechts: Das Alter der Strafmündigkeit soll von derzeit 15 auf künftig 13 Jahre herabgesetzt werden. Mit diesem Schritt will die Regierungskoalition gegen die wachsende Rolle von Kindern und Jugendlichen im organisierten Verbrechen vorgehen.

Hintergrund: Banden nutzen Kinder als „Werkzeuge“

In einer gemeinsamen Erklärung verwies die Regierung auf alarmierende Entwicklungen. Die Zahl der mutmaßlichen Straftaten, an denen Kinder unter 15 Jahren beteiligt sind, habe sich innerhalb der letzten zehn Jahre verdoppelt. Besonders besorgniserregend sei, dass auch die Verdächtigen bei tödlichen Schießereien immer jünger werden.

Kriminelle Banden rekrutieren gezielt Minderjährige für schwere Delikte – darunter Morde, Schießereien oder Sprengstoffanschläge. Der Grund: Kinder unter 15 können in Schweden bislang strafrechtlich nicht belangt werden. Selbst wenn sie gefasst werden, drohen ihnen keine langen Haftstrafen, sondern allenfalls Maßnahmen der Jugendfürsorge.

Eskalierende Gewalt in Schweden

Das Land erlebt seit Jahren eine Welle der Gewaltkriminalität. Schießereien zwischen rivalisierenden Gruppen und Bombenanschläge auf Wohnungen oder Geschäfte sind fast alltäglich geworden, vor allem in den großen Städten. Diese Dynamik hat die öffentliche Debatte über schärfere Gesetze und härteres Vorgehen gegen Banden deutlich verschärft.

Nach offiziellen Angaben ist Schweden innerhalb Europas eines der Länder mit den meisten tödlichen Schusswaffenangriffen im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße. Experten sehen die Ursache in der Kombination aus wachsendem Drogenhandel, fehlender sozialer Integration und der gezielten Instrumentalisierung junger Menschen durch kriminelle Strukturen.

Regierung setzt Signal der Härte

Die Herabsenkung des Strafmündigkeitsalters soll nach dem Willen der Regierung eine klare Botschaft senden: Auch Jugendliche, die schwere Straftaten begehen, müssen künftig mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Kritiker warnen jedoch, dass härtere Strafen allein das Problem nicht lösen könnten. Neben repressiven Maßnahmen seien Investitionen in Prävention, Bildung und Integration erforderlich, um den Einfluss der Banden nachhaltig einzudämmen.

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