Botox ist das neue Bier, Hyaluron das neue Yoga und Fettabsaugen das neue Joggen: Die Zahl der Schönheitsoperationen ist weltweit auf dem Vormarsch – und zwar mit der Geschwindigkeit eines TikTok-Trends auf Steroiden. Besonders Männer entdecken offenbar gerade das Skalpell als spirituellen Begleiter auf dem Weg zur inneren – Verzeihung – äußeren Mitte.
Beim internationalen Kongress für Ästhetische Chirurgie in Paris verkündeten die Expert*innen mit glänzender Stirn (wahlweise vor Aufregung oder dank Botox): Die Zahl kosmetischer Eingriffe bei Männern hat sich seit 2018 fast verdoppelt. Offenbar haben Spiegel plötzlich doch WLAN – und liefern gnadenlose Rückmeldungen.
Männer, lasst euch hängen – und dann straffen!
Die beliebtesten Eingriffe bei Männern: Augenlidkorrekturen, Brustverkleinerungen, Fettabsaugungen und Haartransplantationen. Kurz gesagt: alles, was Mama schon bei Ken bemängelt hat.
Besonders beliebt sind diese Eingriffe in Lateinamerika und dem Nahen Osten – aber auch im urbanen Mitteleuropa, wo Männer neuerdings nicht nur Proteinshakes mixen, sondern auch regelmäßig ihre Falten wegfiltern lassen. Filter sind das neue Frühstück.
Und die Frauen? Die tun, was sie schon immer tun: die Welt retten – und nebenbei mit chirurgischer Präzision gegen die Schwerkraft kämpfen. Liposuktion, Lidkorrektur, Brustvergrößerung – klingt wie ein Spotify-Mixtape namens „Hot Girl Surgery Summer“.
USA: Heimat der Tapferen – und Botox-Vorratskammer der Welt
Fast die Hälfte aller Schönheits-OPs weltweit wird in den USA gemacht, wo Botox inzwischen vermutlich als Grundnahrungsmittel gilt. Kein Wunder: In einem Land, in dem selbst das Toastbrot gebleicht ist, will man sich eben auch selbst möglichst faltenfrei konservieren.
KI und Filter – Realität ist was für Anfänger
Dass Social Media, KI und Filter ganze Generationen davon überzeugen, sie müssten aussehen wie die animierte Version ihres eigenen Avatars, überrascht mittlerweile niemanden mehr. Wer heute auf Instagram keine Kieferlinie wie eine Laserkante hat, gilt als ungesund.
Expert*innen warnen jedoch: Wer mit einem durchgefilterten Selfie zum Chirurgen geht, sollte zumindest vorher prüfen, ob sein Spiegelbild noch menschlich ist – oder bereits ein Blender-Rendering.
Beauty-Tourismus & Billig-OPs: „Lass das machen, Ahmed kennt da wen“
Wer keine Lust auf österreichische Aufklärungsgespräche, psychologische Gutachten und echte Hygiene hat, fliegt einfach nach Istanbul, lässt sich Haare pflanzen und bekommt als Dreingabe eine Limo und ein Panoramabild vom Bosporus. Nachsorge? Wird eh überschätzt.
Wiener Behörden deckten im vergangenen Jahr gleich neun illegale Beauty-Studios auf. Vermutlich wurden sie entdeckt, als ein Kunde nach einer „minimalinvasiven“ Lippenaufspritzung plötzlich mit seinem Selfie-Filter kollidierte.
Fazit: Schönheit ist vergänglich, aber Selfies sind für immer
Also: Wer schöner ist als du, der ist entweder geschminkt, bearbeitet oder war bei Dr. Schnäppchen in Schönheitsgradistan. Und wie meine Oma schon sagte:
„Wenn Gott gewollt hätte, dass wir alle gleich aussehen, hätte er uns alle als Kardashian geklont.“
Bleibt kritisch, bleibt echt – oder zumindest gut beraten.
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