Es hätte eine der schlimmsten Tragödien in der Geschichte des Flugverkehrs werden können – doch dank des schnellen Handelns von Familienangehörigen und der Polizei wurde ein mutmaßlicher Anschlagsversuch am Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport rechtzeitig verhindert.
Laut den Behörden wurde Billy Joe Cagle, ein vorbestrafter Straftäter aus Cartersville (Georgia), am Montag festgenommen, nachdem seine Familie die Polizei gewarnt hatte, er sei bewaffnet und auf dem Weg zum Flughafen, um „um sich zu schießen“.
Die Polizistin Myesha Banks erkannte Cagle wenig später im Bereich der Tickethalle und nahm ihn ohne Zwischenfall fest.
In seinem im Abflugbereich geparkten Auto fanden die Beamten ein Sturmgewehr vom Typ AR-15 sowie ein Magazin mit mehr als zwei Dutzend Patronen.
⚖️ Mehrere Anklagen auf Bundes- und Landesebene
Cagle wird nun unter anderem wegen terroristischer Drohungen, versuchten schweren Angriffs sowie unerlaubten Waffenbesitzes durch einen Vorbestraften angeklagt.
Auf Bundesebene lautet die Anklage zusätzlich auf versuchte Gewalttat an einem internationalen Flughafen und interstaatliche Übermittlung von Drohungen.
Behörden und Sicherheitsexperten lobten das Eingreifen der Angehörigen.
„Sie haben nicht nur das Leben unschuldiger Reisender gerettet, sondern höchstwahrscheinlich auch das ihres Verwandten“, sagte Mary Schiavo, ehemalige Generalinspektorin des US-Verkehrsministeriums.
🛫 Schwachstellen in öffentlichen Bereichen
Der vereitelte Anschlagsversuch hat erneut die Diskussion über Sicherheitslücken in öffentlich zugänglichen Bereichen von Flughäfen entfacht – etwa in Abfertigungshallen, Wartebereichen und Gepäckausgaben, die nicht von der TSA (Transportsicherheitsbehörde) überwacht werden.
Schiavo, heute Verkehrssicherheitsanalystin bei CNN, bezeichnete diese Zonen als nach wie vor besonders gefährdet.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 seien zwar zeitweise Fahrzeugkontrollen und verstärkte Sicherheitsmaßnahmen eingeführt worden, diese aber später wieder abgeschafft worden, weil sie den Betrieb zu stark beeinträchtigten.
„Niemand mochte diese Maßnahmen, aber sie haben für mehr Sicherheit gesorgt“, so Schiavo.
🧱 Experten fordern Barrieren und mehr Polizeipräsenz
Der frühere Sicherheitsdirektor des Flughafens Los Angeles (LAX), Keith Jeffries, nannte das Vorgehen der Polizei in Atlanta „vorbildlich“ und sprach von einem Lehrbeispiel für funktionierende Kommunikation und Reaktionsfähigkeit.
Dennoch warnte er, dass wartende Fahrzeuge oder abgestellte Autos vor Terminals weiterhin ein erhebliches Risiko darstellten.
Er schlug vor, Sicherheitsbarrieren oder Poller vor den Eingängen zu errichten, um mögliche Fahrzeugattacken zu verhindern, und forderte mehr sichtbare Streifenkräfte – besonders in der anstehenden Feiertagsreisezeit.
„Zu oft analysieren wir nur, was schiefgelaufen ist“, sagte Jeffries. „Diesmal sollten wir analysieren, was gut funktioniert hat.“
🧍♂️ Reisende sollen wachsam bleiben
Behörden rufen Reisende auf, achtsam und ruhig zu bleiben.
„Bleiben Sie ruhig, aufmerksam und beobachten Sie Ihre Umgebung“, sagte Jeffries. „Ein Notfall kann jederzeit eintreten – und Aufmerksamkeit kann den entscheidenden Unterschied machen.“
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