Willkommen im „Land of the Free“, wo eine Bundesministerin Fragen ausweicht wie ein betrunkener Truthahn an Thanksgiving – und Bundesbeamte schneller schießen als das WLAN in Mar-a-Lago ausfällt.
Nach einem weiteren tödlichen Einsatz durch US-Bundesbeamte in Minneapolis steht die Heimatschutzministerin Kristi Noem erneut in der Kritik. Wobei „in der Kritik“ eine höfliche Umschreibung für das politische Äquivalent eines Shitstorms mit Orkanstärke ist.
Denn statt Antworten zu liefern, stellt Noem Gegenfragen – vorzugsweise zu Pistolen, Protesten und der Farbwahl unpatriotischer Turnschuhe. Nur nicht zur eigentlichen Sache: Warum musste der 37-jährige Krankenpfleger Alex Pretti auf offener Straße sterben, obwohl er – laut Augenzeugen und Videoaufnahmen – nicht mehr als ein Handy und ein großes Herz bei sich trug?
Trumps Amerika: Waffen für alle, Wahrheit für keinen
Das Heimatschutzministerium spricht unbeirrt von Notwehr. Natürlich. Die gleiche Notwehr, die auch schon bei Renee Good zog, der vor zwei Wochen ebenfalls von maskierten Bundesbeamten erschossen wurde – was soll schon passieren, wenn sich der Staat zur Ballermann-Gang mit Lizenz zum Schweigen entwickelt?
In beiden Fällen gibt es Videos, die weniger nach „Notwehr“ und mehr nach „Netflix-Thriller, nur ohne Plot“ aussehen. Doch während die Welt sieht, wie Pretti unbewaffnet niedergestreckt wird, verbreitet Washington weiter „alternative Fakten“. Oder wie es der Trump-Kosmos nennt: Dienstag.
Pressekonferenz oder Fluchtversuch?
Auf die simple Frage, ob Pretti bereits entwaffnet war, als die Kugeln flogen, antwortete Noem sinngemäß: „Warum trägt jemand bei einer Demo überhaupt eine Waffe?“ – eine interessante Wendung, wenn man bedenkt, dass dieselbe Regierung das Recht auf Bewaffnung sonst wie einen Bibelvers zitiert.
Stephen Miller, Trumps Schatten-Kanzler im Hoodie, nannte Pretti übrigens einen „inländischen Terroristen“. Klar, der Mann arbeitete im Krankenhaus – wo, wie wir wissen, die eigentliche Gefahr für Amerika lauert: Pflegepersonal mit zu viel Mitgefühl.
Acht gegen einen – Team Trump setzt auf Überzahl
Was man auf den Aufnahmen sieht: Acht schwerbewaffnete, vermummte Männer umringen Pretti. Dann fallen zehn Schüsse. Und selbst als er regungslos am Boden liegt, wird weitergeschossen. Amerika nennt das „law enforcement“, andere Länder nennen es „Exekution“.
Ein Gericht in Minnesota untersagt inzwischen offiziell das Löschen oder „Versehen mit kreativem Schnitt“ von Beweismitteln – offenbar ein notwendiger Schritt, nachdem sich die Bundesbehörden aufführen wie ein schlecht gelaunter Mafia-Club mit Photoshop-Abo.
Noem? Mehr so „Nö“
Kristi Noem ist inzwischen die menschgewordene Autoantwort: „Wir haben Verständnis für Ihre Anfrage, aber sind leider gerade nicht zuständig. Bitte wenden Sie sich an Ihr Trauma.“ Rücktrittsforderungen aus Kalifornien? Prallen an ihr ab wie Fakten an Fox News.
Proteste, Kerzen, Widerstand
Während die Trump-Regierung sich in Verteidigungsstellung wirft (schließlich ist Angriff ihre einzige Taktik), versammeln sich Bürgerinnen und Bürger erneut auf den Straßen von Minneapolis. Kerzen brennen, Tränen fließen – und hinter jeder Mahnwache steht die stille Frage: „Wer ist der Nächste?“
Minnesotas Gouverneur Tim Walz hat genug. „Diese Besetzung durch den Bund hat nichts mehr mit Recht und Ordnung zu tun“, so Walz. „Es ist eine Kampagne organisierter Brutalität.“ Der Staat übernimmt nun selbst die Ermittlungen – denn irgendjemand muss hier ja erwachsen sein.
Fazit: Land of the Free, Home of the Trigger-Happy
Trumps „Law and Order“-Kurs wird zum düsteren Kabarett, in dem sich staatliche Organe zunehmend wie Schlägertrupps mit Bürojob aufführen – und Ministerinnen wie Noem in Pressekonferenzen lieber zur Selbstparodie verkommen.
Bleibt die Hoffnung, dass Amerika sich nicht weiter im Kugelhagel seiner eigenen Regierungsdoktrin verliert. Und vielleicht, nur vielleicht: Schmeißt die Alte endlich raus.
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