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Schatzsucher nach zehn Jahren Haft freigelassen – Verbleib von Goldmünzen weiterhin ungeklärt

IdeaTivas-TLM (CC0), Pixabay
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Ein US-amerikanischer Tiefsee-Schatzsucher ist nach rund zehn Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen worden. Der heute 73-jährige Tommy Thompson hatte sich über Jahre geweigert, den Behörden den Aufenthaltsort von rund 500 Goldmünzen aus einem berühmten Schiffswrack zu nennen.

Legendärer Fund aus dem „Schiff des Goldes“

Thompson wurde international bekannt, nachdem er 1988 das Wrack der SS Central America vor der Küste von South Carolina entdeckt hatte. Das Dampfschiff, das 1857 sank, wurde später als „Ship of Gold“ berühmt, weil es eine enorme Menge Gold an Bord hatte.

Die Ladung bestand aus etwa 30.000 Pfund frisch geprägtem Gold aus San Francisco, das auf dem Weg zur Ostküste war, um dort Banken zu versorgen. Beim Untergang des Schiffes in rund 2.000 Metern Tiefe starben 425 Passagiere und Besatzungsmitglieder. Der Verlust des Goldes trug zudem zur Finanzkrise von 1857 in den USA bei.

Millioneninvestition und Streit mit Geldgebern

Für die Suche nach dem Wrack hatten 161 Investoren insgesamt 12,7 Millionen Dollar bereitgestellt. Sie erwarteten eine Beteiligung an den Erlösen aus dem geborgenen Schatz.

Thompson und sein Team holten später tausende Goldbarren und Münzen aus der Tiefe. Ein Teil des Schatzes wurde im Jahr 2000 für rund 50 Millionen Dollar verkauft.

Doch die Investoren erklärten, sie hätten nie die versprochenen Gewinne erhalten. Sie verklagten Thompson im Jahr 2005. Laut späteren Ermittlungen könnten die geborgenen Goldstücke insgesamt bis zu 400 Millionen Dollar wert gewesen sein.

Flucht und Festnahme

Als Thompson zu Gericht erscheinen sollte, verschwand er 2012. Erst drei Jahre später wurde er zusammen mit einer Begleiterin in einem Hotel in Boca Raton (Florida) festgenommen.

Das Paar hatte dort zwei Jahre unter falschem Namen gelebt, die Hotelrechnung bar bezahlt und überwiegend Taxis und öffentliche Verkehrsmittel genutzt, um nicht entdeckt zu werden.

Haft wegen Missachtung des Gerichts

2015 wurde Thompson wegen Missachtung des Gerichts (contempt of court) verurteilt, weil er sich weigerte, Fragen zum Verbleib von etwa 500 verschwundenen Goldmünzen zu beantworten. Dafür erhielt er zunächst 24 Monate Haft.

Da es sich um eine sogenannte zivilrechtliche Missachtung handelte, konnte die Haft jedoch verlängert werden, solange er sich weigerte, die geforderten Informationen preiszugeben.

Richter beendet Haft

Im vergangenen Jahr entschied ein Richter schließlich, die Haft zu beenden. Nach Einschätzung des Gerichts sei es unwahrscheinlich, dass Thompson jemals Auskunft über die fehlenden Münzen geben werde.

Damit endet ein spektakulärer Rechtsstreit um einen der berühmtesten Schatzfunde der modernen Geschichte – doch das Rätsel um die vermissten 500 Goldmünzen bleibt weiterhin ungelöst.

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