Der ehemalige französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy ist im aufsehenerregenden Prozess um mutmaßliche Wahlkampfgelder aus Libyen teilweise schuldig gesprochen worden. Ein Pariser Strafgericht verurteilte ihn wegen „krimineller Vereinigung“, sprach ihn jedoch von den schwerwiegenderen Vorwürfen der Bestechlichkeit und der illegalen Wahlkampffinanzierung frei.
Vorwurf: Geld aus Libyen für Wahlkampf
Im Zentrum des Verfahrens stand der Verdacht, dass Sarkozy für seinen Präsidentschaftswahlkampf 2007 finanzielle Unterstützung vom libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi angenommen haben soll. Mehrere Millionen Euro sollen nach Angaben der Anklage aus Tripolis nach Frankreich geflossen sein. Sarkozy hat diese Anschuldigungen von Beginn an vehement zurückgewiesen und stets betont, niemals illegale Gelder angenommen zu haben.
Ein politischer und juristischer Dauerskandal
Der sogenannte „Libyen-Skandal“ beschäftigt Frankreichs Justiz seit mehr als einem Jahrzehnt und hat die politische Karriere Sarkozys nachhaltig überschattet. Bereits zuvor war der Ex-Präsident mehrfach in Korruptions- und Finanzierungsaffären verwickelt und sogar zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt worden.
Die jetzige Teilverurteilung dürfte seinen Ruf weiter beschädigen, auch wenn die Vorwürfe der direkten Bestechung nicht bestätigt wurden. Juristen sprechen von einem Urteil mit Signalwirkung: Es zeige, dass selbst ehemalige Staatschefs nicht über dem Gesetz stünden.
Reaktionen und mögliche Folgen
Sarkozy selbst kündigte über seine Anwälte an, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen. Seine Verteidigung sprach von einem „politisch motivierten Verfahren“, das darauf abziele, den Ex-Präsidenten endgültig zu diskreditieren.
Für Frankreich ist das Urteil ein weiteres Kapitel in einer langen Reihe juristischer Auseinandersetzungen mit einem seiner bekanntesten Politiker. Ob Sarkozy jemals in die aktive Politik zurückkehren kann, gilt nach diesem Urteil als fraglicher denn je.
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