Neue Dokumente aus den sogenannten Epstein-Akten des US-Justizministeriums werfen ein neues Licht auf die Beziehung zwischen Sarah Ferguson, der ehemaligen Ehefrau von Prinz Andrew, und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Eine Auswertung zahlreicher E-Mails und Dokumente zeigt, dass Ferguson Epstein über Jahre hinweg öffentlich kritisierte, sich jedoch privat bei ihm entschuldigte und weiterhin Kontakt hielt.
Finanzielle Probleme und enge Kontakte
Nach ihrer Scheidung von Prinz Andrew im Jahr 1996 geriet Ferguson zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Rund eineinhalb Jahrzehnte später kämpfte sie laut den Dokumenten mit Mietschulden, fühlte sich isoliert und suchte nach neuen beruflichen Möglichkeiten.
In dieser Phase wandte sie sich wiederholt an Epstein, den sie in E-Mails mit außergewöhnlich warmen Worten beschrieb. So bezeichnete sie ihn unter anderem als
-
„außergewöhnlichen und besonderen Freund“,
-
„den Bruder, den ich mir immer gewünscht habe“,
-
und schrieb ihm sogar: „Ich bin so stolz auf dich“, während er eine Haftstrafe verbüßte.
Epstein war 2008 in Florida wegen der Anwerbung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden.
Bitten um finanzielle Hilfe
Die Dokumente zeigen auch, dass Ferguson mehrfach um finanzielle Unterstützung bat. In einer Nachricht schrieb sie etwa:
„Ich brauche heute dringend 20.000 Pfund für die Miete. Mein Vermieter droht, zur Presse zu gehen.“
In einer anderen E-Mail fragte sie Epstein, ob sie 50.000 bis 100.000 Dollar leihen könne, um offene Rechnungen zu begleichen. Zudem schlug sie mehrmals vor, dass Epstein sie als „Hausassistentin“ einstellen solle.
„Ich bin sehr fähig und brauche das Geld dringend“, schrieb sie in einer Nachricht.
Geschäftsideen und gemeinsame Projekte
Epstein entwickelte zeitweise auch Ideen für Projekte mit Ferguson. So schlug er eine Initiative namens „Mothers Army“ vor, die Mütter unterstützen sollte. Ferguson reagierte begeistert und kündigte an, einen Geschäftsplan zu erarbeiten. Das Projekt wurde später tatsächlich gegründet, jedoch einige Jahre später wieder aufgelöst.
E-Mails legen außerdem nahe, dass Epstein gegenüber Bekannten behauptete, Ferguson könne Treffen in Räumlichkeiten des Buckingham Palace oder auf Schloss Windsor organisieren. Ob solche Besuche tatsächlich stattgefunden haben, ist unklar.
Öffentliche Distanz – private Entschuldigung
2011 distanzierte sich Ferguson öffentlich von Epstein. In einem Interview erklärte sie:
„Ich verabscheue Pädophilie und jeden sexuellen Missbrauch von Kindern. Meine Verbindung zu ihm war ein großer Fehler.“
Zugleich kündigte sie an, das von Epstein erhaltene Geld zurückzuzahlen und künftig keinen Kontakt mehr zu ihm zu haben.
Die nun veröffentlichten E-Mails zeigen jedoch, dass Ferguson kurz danach privat bei Epstein um Entschuldigung bat. Sie schrieb ihm, er sei für sie und ihre Familie immer ein „großzügiger und außergewöhnlicher Freund“ gewesen.
Einige Monate später scheinen beide ihre Beziehung wieder normalisiert zu haben. Epstein schrieb ihr, er habe gewusst, dass sie „immer auf seiner Seite“ sei. Ferguson antwortete:
„Ich bin auf deiner Seite und du auf meiner.“
Keine strafrechtlichen Vorwürfe
Ferguson wird in den veröffentlichten Dokumenten zwar mehrfach erwähnt, ihr werden jedoch keine Straftaten im Zusammenhang mit Epstein vorgeworfen. Auch bedeutet die Erwähnung einer Person in den Akten nicht automatisch, dass sie sich strafbar gemacht hat.
Dennoch zeigen die Unterlagen erneut, wie weitreichend das Netzwerk des verstorbenen Finanziers in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gewesen ist.
Kommentar hinterlassen